Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und zeigt interessenbezogene Werbung. Datenschutzhinweise öffnen ... Ok, einverstanden.

Laborwerte verstehen: Blutwerte einfach erklärt

Blutwerte einfach erklärt

Was bedeuten die Blutwerte? Was ist ein Blutbild? Kleines und großes Blutbild? Wie gefährlich ist es, wenn ein oder mehrere Blutwerte abweichend sind? Viele Patienten erhalten von der Ärztin oder dem Arzt eine Liste mit Blutwerten (auch Laborwerte, kleines Blutbild oder großes Blutbild), aber allzu oft hat sie oder er nicht ausreichend Zeit, um die Werte genauer zu erklären. Auch die Sprechstundengehilfin kennt sich oft nicht wirklich aus, und so bleibt man als Patient mit seinen Fragen allein. Diese Seite hilft dabei, Blutwerte zu verstehen. Einleitend eine Tabelle mit Erklärung und Normalwerten inkl. der Abkürzungen:

Kleines Blutbild

Abk. Beschreibung Normalwerte Siehe auch
Ery Anzahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) Männer: 4,5 bis 5,9 Mio. pro µl
Frauen: 4,1 bis 5,2 Mio. pro µl
zu hoch
zu niedrig
Leuko Anzahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) Männer: 4.000 bis 10.000 pro µl
Frauen: 4.000 bis 10.000 pro µl
zu hoch
zu niedrig
Thrombo Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) Männer: 150.000 - 380.000 pro µl
Frauen: 150.000 - 380.000 pro µl
zu hoch
zu niedrig
Hkt Hämatokrit: prozentualer Anteil der Blutzellen im Blut Männer: 42 - 50 % Prozent
Frauen: 37 - 45 % Prozent
zu hoch
zu niedrig
Hb Hämoglobin(-konzentration) des roten Blutfarbstoffs Männer: 13 bis 17 g pro dl
Frauen: 12 bis 16 g pro dl
zu hoch
zu niedrig
MCH Hämoglobinmenge pro Erythrozyt Männer: 27 - 34 pg (pro Zelle)
Frauen: 27 - 34 pg (pro Zelle)
zu hoch
zu niedrig
MCHC durchschnittliche Hämoglobinkonzentration pro Erythrozyt Männer: 32 - 36 g pro dl
Frauen: 32 - 36 g pro dl
zu hoch
zu niedrig
MCV durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten Männer: 85 - 98 fl
Frauen: 85 - 98 fl
zu hoch
zu niedrig
Retis Retikulozyten: Anteil pro 1000 Erythrozyten Männer: 3 bis 18 pro 1.000 Erys
Frauen: 3 bis 18 pro 1.000 Erys
zu hoch
zu niedrig

Differentialblutbild (Leukozyten Normalwerte):

Zelltyp Anteil an Gesamt-Leukozyten (%) Anzahl pro µl Siehe auch
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–11.000 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten stabkernig 3-5 150–400 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten segmentkernig 54–62 3000–6000 zu hoch
zu niedrig
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250 zu hoch
zu niedrig
Basophile Granulozyten 0–1 15–50 zu hoch
zu niedrig
Lymphozyten 25–33 1500–3000 zu hoch
zu niedrig
Monozyten 3–7 300–700 zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Blutfette (Cholesterin und Triglyceride):

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl zu hoch
zu niedrig
LDL LDL-Cholesterin unter 160 mg / dl zu hoch
zu niedrig
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl zu hoch
zu niedrig
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Warum ist die Blutuntersuchung so wichtig?

Blut ist für die medizinische Diagnose außerordentlich hilfreich. Der Blutkreislauf zieht sich durch den gesamten Organismus, damit auch alle Organe und Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können. Blut ist aber nicht nur das zentrale Transport-Medium im Organismus, sondern zudem auch noch - neben den Nervenzellen - das Informationssystem. Mithilfe des Blutes werden zahlreiche lebenswichtige Prozesse gesteuert. Durch die detaillierte Untersuchung des Blutes kann man also sehr viel über die allgemeine Gesundheitslage erfahren. Wenn bestimmte Blutwerte zu hoch oder zu niedrig sind, dann ist das häufig ein Indiz, das im Körper etwas nicht richtig funktioniert. Und meist lässt sich die Ursache schon grob überblicken.

Blut Laborwerte
Blut: Laborwerte

Man muss dabei folgendes beachten: An einem einzelnen Blutwert lässt sich niemals eine eindeutige und zweifelsfreie Diagnose festmachen. Häufig entsteht erst durch mehrere unnormale Blutwerte ein differenzierteres Diagnose-Bild. Theoretisch können von der Norm abweichende Werte auch genetisch bedingte Ursachen haben, die eventuell keinerlei Beschwerden bereiten. Ein Blutbefund muss daher immer (!) von einer Ärztin oder einem Arzt beurteilt werden. Aus dem Zusammenspiel von optischem Eindruck, weiteren Untersuchungen, dem persönlichen Gespräch und den geschilderten Symptomen kann der Arzt dann eine Diagnose "konstruieren". Die Blutwerte helfen dann, die Diagnose zu verifizieren - oder aber sie zeigen auf, dass man die Ursache einer Erkrankung noch nicht wirklich erkannt hat.

Beim Arztbesuch wird daher häufig Blut abgenommen, um es zu untersuchen. Als Ergebnis erhält man eine Liste mit den Blutwerten. Zahlreiche Krankheiten haben atypische Blutwerte zur Folge. Man nennt die Blutwerte auch Laborwerte, da die Analyse in aller Regel von einem Fachlabor vorgenommen wird.

Blutzellen: Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt
Blutzellen: Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt

Blutwerte des kleinen Blutbildes (Tabelle)

Blut Bestandteile

Blut besteht aus Blutzellen (auch "zelluläre Bestandteile", ca. 45 %) und dem flüssigen Blutplasma (ca. 55 %). Die Untersuchung der Blutzellen selber nennt man "kleines Blutbild". Blutzellen sind: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Wichtig ist nicht nur das Verhältnis der Blutzellen zum Blutplasma (sog. Hämatokrit), sondern auch die jeweilige Anzahl sowie einige Werte, die die Funktionstauglichkeit der Erythrozyten anzeigen.

Tabelle mit den Blutwerten des kleinen Blutbildes. Hinweis zu den Abkürzungen: ein Deziliter (dl) entspricht 10 Milliliter. Ein Mikroliter (µl) ist ein tausendstel Milliliter. Ein Femtoliter (fm) ist ein Milliardstel Milliliter.

Abk. Beschreibung Normalwerte Siehe auch
Ery Anzahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) Männer: 4,5 bis 5,9 Mio. pro µl
Frauen: 4,1 bis 5,2 Mio. pro µl
zu hoch
zu niedrig
Leuko Anzahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) Männer: 4.000 bis 10.000 pro µl
Frauen: 4.000 bis 10.000 pro µl
zu hoch
zu niedrig
Thrombo Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) Männer: 150.000 - 380.000 pro µl
Frauen: 150.000 - 380.000 pro µl
zu hoch
zu niedrig
Hkt Hämatokrit: prozentualer Anteil der Blutzellen im Blut Männer: 42 - 50 % Prozent
Frauen: 37 - 45 % Prozent
zu hoch
zu niedrig
Hb Hämoglobin(-konzentration) des roten Blutfarbstoffs Männer: 13 bis 17 g pro dl
Frauen: 12 bis 16 g pro dl
zu hoch
zu niedrig
MCH Hämoglobinmenge pro Erythrozyt Männer: 27 - 34 pg (pro Zelle)
Frauen: 27 - 34 pg (pro Zelle)
zu hoch
zu niedrig
MCHC durchschnittliche Hämoglobinkonzentration pro Erythrozyt Männer: 32 - 36 g pro dl
Frauen: 32 - 36 g pro dl
zu hoch
zu niedrig
MCV durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten Männer: 85 - 98 fl
Frauen: 85 - 98 fl
zu hoch
zu niedrig
Retis Retikulozyten: Anteil pro 1000 Erythrozyten Männer: 3 bis 18 pro 1.000 Erys
Frauen: 3 bis 18 pro 1.000 Erys
zu hoch
zu niedrig

Im Zweifelsfall kann ein zusätzlicher Wert angefordert werden:

Die Blutwerte MCH, MCHC, MCV und EVB geben Aufschluss über die Beschaffenheit der Erythrozyten und werden als Erythrozytenindizes bezeichnet.

Typische Krankheitsbilder, die mithilfe des kleinen Blutbildes diagnostiziert werden können, sind Anämien (Blutarmut) oder eine Polyglobulie (zu viele Blutzellen).

Anämie (Blutarmut)
Anämie (Blutarmut): Sauerstofftransport eingeschränkt, zu wenig Erythrozyten oder Hämoglobin

Differentialblutbild / Großes Blutbild

Wenn das kleine Blutbild Auffälligkeiten bei den Leukozyten zeigt, oder wenn eine Entzündung oder Infektion vermutet wird, kann zusätzlich ein Differentialblutbild erstellt werden. In diesem werden die verschiedenen Formen der Leukozyten genauer analysiert. Dazu gehören die Granulozyten(NeutrophileEosinophileBasophile), die Lymphozyten und die Monozyten. Das Differentialblutbild ergänzt das kleine Blutbild und spielt für die Diagnostik von Blutkrankheiten, aber auch Infektionen und Entzündungen eine wichtige Rolle. Die Bestimmung des Differentialblutbildes ist unter anderem zur Abklärung einer Leukopenie, einer Leukozytose oder einer Leukämie erforderlich.

Tabelle mit den Normwerten des Differentialblutbildes:

Zelltyp Anteil an Leukozyten insgesamt (%) Anzahl pro µl
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–11.000
Stabkernige neutrophile Granulozyten 3–5 150–400
Segmentkernige neutrophile Granulozyten 54–62 3000–5800
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250
Basophile Granulozyten 0–1 15–50
Lymphozyten 25–40 1500–3000
Monozyten 3–7 280–500

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Leukozyten-Arten
Leukozyten-Arten - so wie sie nach Einfärbung unter dem Mikroskop erscheinen

Das sogenannte große Blutbild ist nichts anderes als das kleine Blutbild und das Differentialblutbild zusammen. Die Liste der Blutwerte, die das Labor zurückschickt, ist entsprechend umfangreicher. Siehe auch: Leukozyten im Urin.

Blutfette - Cholesterin und Trigylceride

Neben den Werten des Blutbildes gibt es zahlreiche weitere Werte, die sich aus der Untersuchung des Blutserums messen lassen, z.B. die sog. Blutfette. Fette, sog. Triglyceride, sind für den Körper eine sehr wichtige und effektive Energiequelle. Sie werden größtenteils mit der Nahrung aufgenommen. Was nicht direkt verbraucht wird, wird eingelagert (quasi für schlechtere Zeiten, von denen unsere Vorfahren viele hatten).

Auch Cholesterin wird zu den Blutfetten gerechnet, auch wenn es genau genommen gar kein Fett ist. Cholesterin dient in erster Linie als Baustein in Zellwänden (sog. Membranen) - sie machen die Membran biegsam und helfen dabei, bestimmte Stoffe hindurchzulassen. Beides (Triglyceride und Cholesterin) kann jedoch nicht direkt im Blut schwimmen, weil beides wasserabweisend (hydrophob) ist. Daher gibt es im Blut spezielle Transport-Kügelchen, sog. Lipoproteine, die Cholesterin und Triglyceride in die Gewebe transportieren, wo sie benötigt oder gelegert werden sollen.

Lipoprotein
Lipoprotein

Das Hauptproblem bei den Blutfetten ist, dass sie - sehr langsam und schleichend - die Blutbahnen "verkalken". Kleine Teile lagern sich an den Gefäßwänden ab, so dass immer weniger Blut hindurchfließen kann. In der Folge steigt zunächst einmal der Blutdruck. Aber zugleich erhöht sich auch das Risiko, dass sich Blutgerinnsel (Thrombose, aus Thrombozyten) bilden und die Blutgefäße verstopfen. Wenn das am Herzen geschieht, spricht man von einem Herzinfarkt, wenn es im Gehirn passiert, von einem Schlaganfall, in der Lunge von einer Lungenembolie. All diese lebensbedrohlichen Anfälle werden als Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezeichnet. Sie sind die in Deutschland häufigste Todesursache. Es ist daher sehr zu empfehlen, die Cholesterin- und Triglycerid-Werte regelmäßig checken zu lassen.

Das Gesamt-Cholesterin (Blutwert TC) lässt sich differenzieren in (schlechtes) LDL-Colesterin und (gutes) HDL-Cholesterin. Grob vereinfacht kann man sagen: Während ein überhöhter LDL-Cholesterinspiegel dazu führt, dass die Blutgefäße (Blutbahnen) verstopfen, sorgt HDL-Cholesterin dafür, dass wenigstens ein Teil des potentiell gefährlichen LDL-Cholesterin abtransportiert wird. Patienten können sich die beiden Werte schlecht merken, daher hier eine Eselsbrücke:

HDL und LDL
HDL und LDL

Die Abkürzungen der Blutfettwerte sowie die Normalwerte (ohne Risikofaktoren) kann man der folgenden Tabelle entnehmen:

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl zu hoch
zu niedrig
LDL LDL-Cholesterin unter 160 mg / dl zu hoch
zu niedrig
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl zu hoch
zu niedrig
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Da erhöhte Werte im Alltag oft nicht bemerkt werden, erhöht sich im Laufe der Jahre das Risiko für eines dieser Erkrankungen. Gesunde Ernährung und vor allem viel Bewegung tragen dazu bei, die Blutfettwerte so zu normalisieren, dass das Risiko auch in hohem Alter noch gering sein kann.

Cholesterin-Normalwerte (Tabelle)
Cholesterin-Normalwerte ohne Risikofaktoren (Tabelle)

Wichtige Blutwerte im Einzelnen

Erythrozyten (Ery)

Erythrozyten

Erythrozyten sind kleine, scheibenförmige Zellen und Haupt-Bestandteil des Blutes. Ihre Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die verschiedenen Körpergewebe sowie der Rücktransport von Kohlendioxid zurück in die Lunge. Ein erwachsener Mensch mit ca. 80 kg Körpergewicht hat ca. 6 Liter Blut im Körper, darin enthalten sind rund 24-30 Billionen Erythrozyten. Der Blutwert "Erys" ermittelt die Anzahl der Erythrozyten, um zu klären, ob die Versorgung mit Sauerstoff im Organismus sichergestellt ist. Die Überproduktion von Erys nennt man Polyglobulie, die Unterversorgung heißt Anämie. Mehr über Erythrozyten

Anämie (Blutarmut)
Blut: Erythrozyten in einem Blutgefäß (von Martin Mißfeldt, CC-BY)

Hämatokrit (Hkt)

Hämatokrit

Der Hämatokrit-Wert gibt den Anteil der zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes an - er beschreibt das Fließverhalten des Blutes. Der Normwert liegt bei Männern bei rund 46% und bei Frauen bei rund 41% - die Abweichung (Toleranz) liegt bei plus-minus 4 Prozent. Im flüssigen Blutplasma schwimmen die Blutzellen, zum größten Teil Erythrozyten (rote Blutkörperchen), aber auch Thrombozyten und Leukozyten. Je mehr Blutzellen vorhanden sind, um so zähflüssiger wird das Blut. Mehr über Hämatokrit

Hämoglobin (Blutwert Hb)

Hämoglobinwert

Die Hämoglobin-Konzentration (kurz: Hb) ist Teil des kleinen Blutbildes. Hämoglobin ist ein eisenhaltiger Blutfarbstoff (daher ist Blut rot). Dieses Protein kann Sauerstoff und Kohlendioxid binden. Die Funktionsfähigkeit der Erythrozyten, der Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die Zellen und der Rücktransport von Kohlendioxid in die Lunge, ist eng mit der Hämoglobin-Konzentration verknüpft. Wenn sie zu gering ist, deutet das auf eine Blutarmut (Anämie) hin. Zu hohe Werte werden als Polyglobulie bezeichnet. Die Bestimmung des Hb-Wertes erfolgt in der Regel spektralphotometrisch. Mehr über Hämoglobin

Hämoglobinmenge (MCH)

Hämoglobinmenge

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestehen normalerweise zu rund 90% aus Hämoglobin. Das ist ein Protein, das Sauerstoff und Kohlendioxid binden kann. Genau genommen sind es Eisen-Ionen im Hämoglobin. Diese sind auch für die rötliche Färbung des Blutes verantwortlich. Hämoglobin ist also für die Sauerstoff-Zufuhr der Zellen fundamental wichtig. Im Rahmen einer Untersuchung der Blutzellen (sog. kleines Blutbild) zeigt der MCH-Wert an, ob die Erythrozyten ausreichend Hämoglobin enthalten. Mehr über Hämoglobinmenge

Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration (MCHC)

Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration

Die mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (engl. mean corpuscular/cellular hemoglobin concentration, MCHC) bezeichnet die mittlere Hämoglobinkonzentration des Hämatokrits (der Erythrozytenmasse). Beim gesunden Menschen liegt dieser Wert zwischen 33 und 36 Gramm pro Deziliter. Mehr über Durchschnittliche Hämoglobinkonzentration

Erythrozytenvolumen (MCV)

Erythrozytenvolumen

Das mittlere Erythrozytenvolumen, kurz MCV für engl. mean cell volume (auch: mean corpuscular volume), gibt die mittlere Zellgröße der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an und ist einer von vier Werten, die zur Klassifikation von Anämien dienen. Erythrozyten sind die weitaus häufigsten Blutzellen. Ihre Aufgabe ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die Zellen des Organismus. Neben der Anzahl gibt es drei weitere Werte des kleinen Blutbildes, die als "Erythrozytenindizes" bezeichnet werden. Dazu gehört auch der MCV-Wert. Mehr über Erythrozytenvolumen

Retikulozyten (Retis)

Retikulozyten

Retikulozyten sind junge, noch nicht voll ausgereifte rote Blutkörperchen - die Vorläufer der Erythrozyten. Anders als die ausgereiften Erythrozyten besitzen sie noch Teile der Erbinformationen (RNA) sowie ein Netz aus Ribosomen. Ein Teil der jungen Retikulozyten wird bereits in den Blutkreislauf abgegeben bzw. mitgespült. Sie wachsen dann im Blut heran. Wenn sie (nach ca. 1 - 2 Tagen) die RNA und die übrigen Zellorganellen abstoßen, sind sie voll ausgereifte rote Blutkörperchen (Erythrozyten) - mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 120 Tagen. Siehe Erythropoese (Bildung der roten Blutkörperchen)

Thrombozyten (Thrombo)

Thrombozyten

Thrombozyten (auch Blutplättchen genannt) sind Zellen im Blut, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Auf manchen Berichten ist der Thrombozytenwert auch als "PLT" ausgegeben, dann handelt es sich um die englische Form ("Platelets" für "Blutplättchen). Thrombozyten haben keine glatte Oberfläche, sondern bestehen aus einem Klumpen feiner Verästelungen mit zahlreichen Tentakeln. Diese liegen normalerweise relativ eng an und werden erst im aktiven Zustand ausgebildet - ansonsten würden sie ineinander verfangen und die Blutgefäße verstopfen. Den Mangel an Thrombozyten nennt man Thrombopenie, wenn zu viele Thrombos im Blut vorhanden sind, spricht man von Thrombozytose.

Leukozyten (Leuko)

Leukozyten

Die Leukozyten werden auch als weiße Blutkörperchen bzw. weiße Blutzellen bezeichnet. Sie gehören zum Immunsystem und sind dort Teil der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr, weshalb die Unterarten der Leukos zu den Immunozyten (Immunzellen) gehören. Ihre Aufgabe ist es, Krankheitserreger abzuwehren. Im kleinen Blutbild wird lediglich die Anzahl der Leukozyten ermittelt. Es gibt jedoch eine Reihe von Leukozyten-Unterarten. Eine differenzierte Untersuchung der Leukozyten wird Differentialblutbild genannt. Beide zusammen, das kleine Blutbild und die Differentialblutbild , ergeben das sog. große Blutbild. Der Leukozyten-Wert dient dazu. mögliche Entzündungen oder Infektionen im Organismus aufzuspüren. Ein erhöhter Leukozyten-Wert legt nahe, dass die Produktion hochgefahren wurde, weil der Organismus Krankheitserreger und andere körperfremde Stoffe / Strukturen abwehren will.

Blutwerte als Tabelle inkl. Abkürzungen zum Ausdrucken

Wer sich die Blutwerte als Tabelle ausdrucken möchte, findet hier die wichtigsten Werte als Grafik inkl. der Abkürzungen und Normalwerte.

Blutwerte (Tabelle)
Blutwerte (Tabelle): die Werte des kleinen Blutbildes und des Differentialblutbildes

Wenn man die Grafik anklickt, öffnet sich eine größere Version in einem neuen Tab, die man ausdrucken kann. Wer die Werte als PDF-Datei abspeichern möchte, findet sie hier:

Blutgruppen

Jahrhunderte lang war das Vermischen von Blut (z.B. eine Blut-Transfusion) ein lebensgefährliches Risiko. Manchmal konnte man dem Patienten so helfen, aber in vielen Fällen verstarben sie qualvoll. Erst im Jahre 1901 brachte Dr. Karl Landsteiner (1868 - 1943) Licht ins Dunkel, als er ein System aus vier verschiedenen Blutgruppen-Arten beschrieben, das sog. AB0-System. Landsteiner erkannte, dass es auf der Oberfläche der Erythrozyten zwei Arten von Proteinen gab, die sog. Antigene. Das umgebende Blutplasma kann zudem zwei Arten von Proteinen enthalten, die sich an die Antigene anlagern können - diese werden Antikörper genannt. Damit Blut nicht verklumpt (sog. Hämagglutination), dürfen Antigene und Antikörper nicht zueinander passen. Mehr zum Thema Blutgruppen.

Blutbildung: Hämatopoese

Alle Blutzellen stammen von einer gemeinsamen Stammzelle ab. Die Blutbildung (Hämatopoese) findet im Knochenmark statt. Die Folgende Infografik zeigt die Entwicklungsstadien der einzelnen Zellarten.

Hämatopoese (Bildung der Blutzellen) - Infografik
Hämatopoese (Bildung der Blutzellen)
Infografik von Martin Mißfeldt, CC-BY-SA; Bildquelle: Blutwert.net

Im Rahmen der Hämatopoese kann man unterteilen in:

Blutzellen wurden im Jahr 1658 von Jan Swammerdam entdeckt, der das seinerzeit neu eingeführte Mikroskop nutze, um Froschserum zu untersuchen.

Weiterführende Links