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Cholesterin zu hoch (Blutwert TC erhöht)

Cholesterin zu hoch

Wenn der Cholesterinspiegel zu hoch ist, spricht man von einer Hypercholesterinämie. Was genau "zu hoch" bedeutet, lässt sich leider nicht als exakte Zahl festmachen. Denn das hängt vom Alter, den Lebensumständen und vor allem von weiteren Risikofaktoren ab. Millionen von Menschen haben einen zu hohen Cholesterinwert. Aber warum ist das überhaupt gefährlich? Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff mit vielfältigen Funktionen. Es ist vor allem ein wichtiger Bestandteil von Zellwänden (Membranen), spielt aber auch bei der Produktion von Gallensäuren oder Hormonen eine wichtige Rolle.

Der folgende Artikel ist recht lang. Daher hier vorab eine kurze Zusammenfassung: Cholesterin lagert sich sehr langsam im Laufe der Jahre in den Blutbahnen ab. Das kann dazu führen, dass sich irgendwann so eine Ablagerung als Klumpen löst und lebenswichtige Gewebe blockiert (Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie). Ursache der Ablagerung ist in erster Linie zu wenig Bewegung. Der Cholesterin-Blutwert ist schwierig zu beurteilen, weil es dabei um eine Risiko-Abschätzung geht, bei der viele andere Risikofaktoren einbezogen werden müssen.

Der Körper produziert sein Cholesterin

Cholesterin wird zum größten Teil vom Körper selber produziert, nur ein relativ geringer Anteil wird über die Nahrung aufgenommen (ca. 10 Prozent). Die Höhe des Cholesterinspiegels hängt vor allem von der körpereigenen Produktion ab und erst in zweiter Linie von der Nahrung. 

Cholesterin (Strukturformel)
Cholesterin (Strukturformel): ein weißer geruchloser Feststoff, Summenformel C27H46O.

Transport im Blut

Im Blut kann Cholesterin nicht "frei schwimmen", es würde sofort verklumpen. Daher wird es in kleine Transport-Vesikel eingelagert. Diese nennt man Lipoproteine (Lipoproteine transportieren übrigens auch andere Blutfette wie zum Beispiel Triglyceride über das Blut in die verschiedenen Körperzellen).

Lipoprotein
Lipoprotein: Transport-Kügelchen, die Triglyceride und Cholesterin
aufnehmen und im Blut transportieren

HDL und LDL

In einem Lipoprotein kann die Anzahl der Cholesterin-Moleküle sehr hoch sein oder eher gering. Die "Dichte" innerhalb des Lipoproteins ist also unterschiedlich. Wenn die Dichte gering ist, spricht man von "Low Density Lipoproteinen" (LDL), wenn die Dichte hoch ist, spricht man von "High Density Lipoproteinen" (HDL). Die Unterscheidung ist wichtig und beide Werte werden bei der Blutuntersuchung analysiert und spielen bei der Beurteilung des Cholesterinwertes eine wichtige Rolle.

HDL und LDL
HDL und LDL

Blutbahnen verstopfen - schleichend

Ein großes Problem ist, dass man zu viel Cholesterin nicht bemerkt. Erst bei der Untersuchung der Blutwerte kommt heraus, dass der Wert erhöht ist. Ein vermehrtes Vorkommen von Cholesterin löst also nicht direkt eine Erkrankung aus. Dennoch gehört Cholesterin zu den gefährlichsten Ursachen für Erkrankungen mit Todesfolge. Warum?

Die Gefahr wächst schleichend. Wenn Cholesterin in den Wänden der Blutgefäße abgelagert wird, wird die Blutbahn logischerweise enger. Zunächst nur minimal, aber wenn der Cholesterinspiegel hoch bleibt, geht diese Ablagerungsprozess jahrelang unbemerkt vonstatten (es entstehen sog. Plaques). So wird die Blutbahn immer enger, meist ohne dass man das bemerkt. Man spricht hier von Blutgefäßverkalkung (Arteriosklerose).

Gefahr durch Thrombus

Irgendwann kann es dann - eher zufällig und ohne äußeren Anlass - dazu kommen, dass ein Plaque reisst. Die Thrombozyten "vermuten" dann eine Verletzung in diesen verengten Blutgefäßen. Die Folgen dieses "Irrtums" können allerdings verheerend sein: Durch die Thrombozytenaggregation (Blutgerinnung) lagern sich immer mehr Thrombozyten an, so dass sich ein sog. Thrombus bildet (Pfropfen). In der Folge kann es zu einem Verschluss des Blutgefäßes kommt. Das Gewebe kann nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden - es kommt zum Totalausfall des umliegenden Gewebes.

Thrombozytenaggregation - blutgerinnung
Thrombozytenaggregation - Blutgerinnung

Schlaganfall, Infarkt, Embolie ...

Dieser so gebildete Thrombus (Pfropfen) kann sich ablösen und schwimmt als dicker Klumpen im Blut. Über die Blutbahn gelangt der Thrombus dann in die Lunge, zum Herzen oder ins Gehirn. Dort kommt es dann erneut zu einer Verstopfung der Blutgefäße und einem Totalausfall des umliegenden Gewebes. Wenn das im Gehirn stattfindet, spricht man von einem Schlaganfall. Wenn das im Herzen passiert, von einem Herzinfarkt. Wenn sich ein Thrombus in den tiefen Bein- oder Beckenvenen bildet und ablöst, wandert er in die Lunge und führt zu einer Lungenembolie. Alle drei Erkrankungen gehören zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen - viele enden tödlich.

Interpretation des Blutwertes Cholesterin

Das heißt: ein erhöhter Cholesterinwert zeigt keine akute Erkrankung an. Stattdessen steigt das Risiko (!) einer Erkrankung. Die Beurteilung des Cholesterinwertes durch Arzt oder Ärztin ist insofern immer eine Risiko-Abschätzung - das ist vor allem bei der zu beachtenden Therapie wichtig. Dazu werden natürlich noch viele weitere Blutwerte und anders (Lebensumstände, genetische Vorgeschichte etc.) in Betracht gezogen.

Ursachen eines erhöhten Cholesterinspiegels

Um zu verstehen, warum der Cholesterinspiegel zu hoch ist, muss man sich die Ursachen vergegenwärtigen. Wie bereits oben beschrieben wird nur ein relativ geringer Anteil über die Nahrung aufgenommen. Ca. 90 Prozent des Cholesterins wird im Körper hergestellt. Einfach nur auf cholesterinarme Kost zu achten, ist zwar sowieso sinnvoll, aber oft nicht ausreichend.

Entscheidend ist Bewegung!

In unserer modernen Gesellschaft bewegen sich viele Menschen viel zu wenig. Das wirkt sich im Laufe der Jahre zunehmend schlechter aus. Im Grunde ermöglicht der Bewegungsmangel erst, dass sich Plaques in den Blutbahnen bilden können. Es sammelt sich zunehmend Cholesterin an, das nicht mehr verbraucht wird.

Cholesterinspiegel senken

Das Gute ist: man kann den Cholesterinspiegel häufig selber beeinflussen und senken - ganz ohne Medikamente. Es reicht eine gesunde Ernährung - und vor allem: viel Bewegung. Durch Bewegung wird Cholesterin verbraucht und abgebaut. Und wenn man dank cholesterinarmer Ernährung nur wenig Nachschub liefert, dann werden nach und nach die Cholesterin-Reserven abgebaut.

Allerdings reicht cholesterinarme Ernährung allein nicht aus: denn der Körper stellt ja auch aus anderen Stoffen eigenes Cholesterin her. Daher sollte man so weit wie möglich auf Zucker verzichten. Zucker hat sowieso sehr viele negative Auswirkungen - die fast immer einen Bewegungsmangel zur Folge haben. Auch der Verzicht auf Alkohol und Rauchen wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Aber das Wichtigste: man muss sich aufraffen und etwas ändern. Insofern kann ein erhöhter Cholesterinspiegel auch positiv gesehen werden: die Blutuntersuchung zeigt, dass der Körper mehr Beachtung braucht und man eine gesündere Lebensweise anstreben sollte. Und wenn das gelingt: gute Ernährung und ausreichend Bewegung, dann wird man sich auch insgesamt viel besser fühlen. Daher: organisieren Sie ihren Ernährungs- und Tagesablauf-Rhythmus neu, es lohnt sich.

Cholesterin Normalwerte

Die folgende Cholesterin-Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen ohne weitere Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre). Die Werte werden in Milligramm pro Deziliter gemessen ( mg/dl ), in manchen Laborbefunden ist alternativ die Angabe Millimol pro Liter (mmol/l) verzeichnet.

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl zu hoch
zu niedrig
LDL LDL-Cholesterin unter 160 mg / dl zu hoch
zu niedrig
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl zu hoch
zu niedrig
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Bei älteren Menschen (über 40 Jahre) werden häufig leicht erhöhte Werte gemessen. Die folgende Tabelle (ohne Risikofaktoren) veranschaulicht, dass es fließende Übergangszonen gibt.

Cholesterin-Normalwerte (Tabelle)
Cholesterin-Normalwerte ohne Risikofaktoren (Tabelle)

Veränderte Grenzwerte bei Risikofaktoren

Das Problem ist: die Normwerte verändern sich in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren. Dazu gehören zum Beispiel:

Wenn zwei oder mehr der oben genannten Risiko-Faktoren vorliegen, verändern sich die Grenzwerte. Das bedeutet, dass es anderer Werte bedarf, um das Risiko einer Folgeerkrankung besser einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre).

Abk. Beschreibung mg / dl
TC Gesamt-Cholesterin unter 160 mg / dl
LDL LDL-Cholesterin unter 130 mg / dl
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl
TRG Triglyceride unter 130 mg / dl

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Die folgende Grafik kann die Normbereiche für die Blutfettwerte anschaulich machen:

Cholesterinwerte mit Risikofaktoren, Tabelle
Cholesterinwerte mit Risikofaktoren (Tabelle): Die Grenzwerte verschieben sich

Die Cholesterin-Laborwerte sind nicht Bestandteil des großen Blutbildes - und auch nicht des kleinen Blutbildes. Sie werden vom behandelnden Arzt oder Ärztin je nach Bedarf vom Labor angefordert.

 

Cholesterin zu hoch
Cholesterin zu hoch - Was nun?

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