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Erythrozytenindizes - Unterschiede zwischen MCH, MCHC, MCV und EVB (RDW)

Erythrozytenindizes

Mit den Erythrozytenindizes werden im Rahmen des kleinen Blutbildes der Aufbau sowie die Funktionsweise der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) untersucht. Erythrozyten sind für einen gesunden Körper enorm wichtig, da sie mit Hilfe von Hämoglobin Sauerstoff transportieren und so die Zellen mit Energie versorgen. Veränderungen an den Erythrozyten haben erhebliche Folgen für fast alle Organe. Mit Hilfe der Erythrozytenindizes lassen sie sich genauer untersuchen:

Abkürzung Name Funktion
MCV mittleres Erythrozytenvolumen gibt die durchschnittliche Zellgröße der roten Blutkörperchen an
MCH Hämoglobinmenge pro Erythrozyt zeigt an, wie viel Hämoglobin in einem Erythrozyten enthalten ist (Durchschnitt)
MCHC mittlere Hämoglobinkonzentration zeigt an, wie viel Hämoglobin in einer bestimmten Blutmenge enthalten ist
EVB (RDW) Erythrozytenverteilungsbreite zeigt an, wie hoch der Anteil der normal ausgebildeten Erythrozyten ist

Wie unterscheiden sich MCV, MCH, MCHC und EVB?

Für viele Patienten sind nicht nur die Ankürzungen der Erythrozytenindizes undurchschaubar. Auch, wenn man ungefähr weiß, was sich dahinter verbirgt, kann man sie dennoch meist schlecht voneinander unterscheiden. Daher hier noch einmal ganz einfach zusammengefasst. Vor allem bei Unregelmäßigkeiten beim Hämoglobin-Blutwert (Hb) mit der Diagnose "Anämie" gilt es zu klären, warum die Hämoglobinkonzentration im Blut abgesenkt ist. Folgende Fragen stellen sich:

In der folgenden Grafik werden die Unterschiede deutlich:

Erythrozytenindizes: Unterschiede zwischen MCV, MCH und MCHC
Erythrozytenindizes: Unterschiede zwischen MCV, MCH und MCHC

Normalwerte der Erythrozytenindizes

Abk. Beschreibung Normalwerte
MCV durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten Männer & Frauen: 85 - 98 fl
MCH Hämoglobinmenge pro Erythrozyt Männer & Frauen: 27 - 34 pg
MCHC durchschnittliche Hämoglobinkonzentration pro Erythrozyt Männer & Frauen: 32 - 36 g / dl

Anämieformen:

Aufbau eines Erythrozyts

Erythrozyten haben eine scheibenförmige Gestalt, häufig mit einer Einbuchtung in der Mitte. Ein Erythrozyt besteht zum größten Teil aus Hämoglobin - ein Protein, das Sauerstoff binden kann. Da Hämoglobin Eisen enthält, sehen Erythrozyten rot aus und da Blut sehr viele Erythrozyten enthält, ist auch unser menschliches Blut rot.

Erythrozyten sind sehr klein, da sie auch in feinste Gewebebereiche des Körpers vordringen müssen. Sie messen im Durchmesser circa 7,5 µm (Mikrometer), das entspricht 0,0075 mm.

Erythrozyten größe
Erythrozyten Größe: ca. 7,5 Mikrometer Durchmesser, ca. 1-2 Mikrometer dick

Anders formuliert: nebeneinander gelegt haben rund 130 Erythrozyten eine Länge von einem Millimeter. Sie sind also sehr klein, und das Blut enthält entsprechend viele rote Blutkörperchen. Insgesamt hat ein erwachsener Mensch ca. 24-30 Billionen Erythrozyten im Blut.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Erythrozyts beträgt ungefähr 4 Monate (120 Tage). Pro Tag werden ca. 200 Milliarden (!) neue Blutkörperchen gebildet, das entspricht ca. 2. Millionen pro Sekunde.

Ihre besondere Form - flach und bikonkav gewölbt - ermöglicht es den Erythrozyten, Sauerstoff schneller aufzunehmen: der Abstand von der Zellmembran in das Innere ist kurz - gleichzeitig ist die Oberfläche dabei sehr groß. Weitere Kennzahlen:

Die Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet. Die Entwicklungsdauer beträgt rund 7 Tage. Die jungen ("unreifen"), noch nicht fertig ausgebildeten Erythrozyten nennt man Retikulozyten. Der gesamte Entstehungsprozess heißt Erythropoese.

Ressourcen / Weiterlesen

Erythrozytenindizes
Erythrozyten (Blutwert Ery)