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Leukozyten im Urin

Leukozyten im Urin

Leukozyten (die weißen Blutkörperchen) sind nicht nur als Blutwert von Interesse, sondern auch in einer Urinprobe. Leukozyten sind dafür zuständig, Infektionen (durch eingedrungene Bakterien, Pilze oder Viren) zu bekämpfen. Der Laborwert "Leukozyten im Urin" zeigt an, ob im Körper eine Entzündung vorliegt, vorrangig in folgenden Organen:

Pro Tag durchfließen bei einem erwachsenen Menschen ca. 1800 Liter Blut die Nieren (renaler Blutfluss), was etwa dem 300-fachen des Blutvolumens des Körpers entspricht. Daraus filtern die beiden Organe täglich etwa 180 Liter Primärharn (glomeruläre Filtration), der auf weniger als zwei Liter Endharn (Urin) konzentriert wird.

Leukozyten im Urin - Normalwerte

Es ist vollkommen normal, dass dabei ein paar Leukozyten dabei hindurch rutschen. Diese Leukos lassen sich im Urin nachweisen, es sind normalerweise bis zu 10 pro Mikroliter (µl) Urin. Wenn der Wert höher ist, spricht man von einer Leukozyturie (Hinweise: bei einer erhöhten Anzahl im Blut von einer Leukozytose). Wenn man Urin mit einem Mikroskop untersucht, sind das etwa 5 im sichtbaren "Urinbild". (Der Wert "Leukozyten im Urin" gehört - logischerweise - nicht zum "Großen Blutbild" oder "Kleinen Blutbild", weil ja nicht Blut, sondern Urin untersucht wird.)

Zu viele Leukos im Urin: Leukozyturie

Eine Leukozyturie tritt vorrangig dann auf, wenn die ableitenden Harnwege durch eine bakterielle Infektion entzündet sind. Umgangssprachlich sprechen viele auch von "Blasenentzündung" (Zystitis) - typische Symptome sind Schwerzen beim Wasserlassen ("Brennen") sowie das Gefühl, ständiger auf Toilette zu müssen (Harndrang). Aber auch die anderen Organe wie Harnleiter, Harnröhre oder die Niere können entzündet sein. Am schwerwiegendsten ist in der Regel die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), die als Folge einer Entzündung der ableitenden Harnwege entsteht.

Der Körper entsendet dann gezielt Leukozyten in die betroffenen Gewebe, wo die Eindringlinge bekämpft werden sollen. Diese Leukozyten können dann direkt in den Urin gelangen und lassen sich in der Folge vermehrt im Urin nachweisen. Die Werte liegen dann deutlich über 10/µl Urin.

Dann stellt sich die Frage: sind auch die Erreger (Bakterien) im Urin nachweisbar? Falls nicht, spricht man von einer "sterilen Leukozyturie". Bei dieser Sonderform der Leukozyturie könnten auch andere Ursachen vorliegen. Was genau, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt diagnostizieren.

Leukozyten-Arten, differenzierte Urin-Untersuchung

Die Untersuchung der Urin-Bestandteile nennt man auch Urinstatus. Grobe Anhaltswerte lassen sich an sog. Urin-Streifen ablesen, die in aller Regel auch ein Testfeld für die Leukozyten haben. Dabei werden allerdings nur die Granulozyten gemessen, eine Untergruppe der Leukozyten. Andere Leuko-Arten wie Lymphozyten oder Monozyten sind darüber nicht messbar. Grob zusammengefasst gibt es folgende Leukozyten-Arten (Normalwerte im Blut)

Differentialblutbild (Leukozyten Normalwerte):

Zelltyp Anteil an Gesamt-Leukozyten (%) Anzahl pro µl Siehe auch
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–11.000 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten stabkernig 3-5 150–400 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten segmentkernig 54–62 3000–6000 zu hoch
zu niedrig
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250 zu hoch
zu niedrig
Basophile Granulozyten 0–1 15–50 zu hoch
zu niedrig
Lymphozyten 25–33 1500–3000 zu hoch
zu niedrig
Monozyten 3–7 300–700 zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Zum den relevanten Urin-Werten gehören zudem u.a. Glucose, der ph-Wert und Bilirubin. Bei schwerwiegenden Entzündungen lässt sich zudem meist vermehrt Blut im Urin nachweisen (Erythrozyten / Hämoglobin).

Leukozyten im Urin
Leukozyten im Urin (zu viele: Leukozyturie)

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