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Monozyten zu hoch (Blutwert Mono erhöht)

Monozyten zu hoch

Wenn zu viele Monozyten im Blutbild vorhanden sind, spricht man von einer Monozytose. In aller Regel liegt die Ursache meist in einer (chronischen) Entzündung oder dem Absterben bestimmter Gewebebereiche (Nekrose). Der Körper hat dann einen dauerhaft erhöhten Bedarf an Monozyten, um die schädlichen oder überflüssigen Zellen abzubauen.

Monozyten sind Zellen der Immunabwehr, die zu den Leukozyten gehören und als Blutwert "Mono" im Differnentialblutbild erfasst werden. Sie zirkulieren im Blut durch en Organismus und werden immer dann aktiv, wenn irgendwo körperfremde Strukturen eingedrungen sind. Dann wandern die Monozyten durch die Gefäßwände ins Gewebe, wo sich sich zu Makrophagen oder Dendritische Zellen weiterentwickeln. Diese zerstören dann die körperfremden Strukturen, indem sie sie in sich aufnehmen (Phagozytose, sog. Fresszellen). Die Monozyten gehören sowohl zum spezifischen als auch zum unspezifischen Abwehrsystem.

Der Monozyten Normalwert

Der Anteil der Monozyten an der Gesamt-Leukozytenanzahl beträgt bei Erwachsenen im Normalzustand rund 3 bis 7 Prozent. Das entspricht etwa 280 bis 500 Monozyten pro Mikroliter. Hier die Tabelle mit den Anteilen der Leukozyten-Arten beim gesunden Erwachsenen:

Zelltyp Anteil an Leukozyten insgesamt (%) Anzahl pro µl
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–11.000
Stabkernige neutrophile Granulozyten 3–5 150–400
Segmentkernige neutrophile Granulozyten 54–62 3000–5800
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250
Basophile Granulozyten 0–1 15–50
Lymphozyten 25–40 1500–3000
Monozyten 3–7 280–500

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Ursache für zu viele Monozyten

Bei einer erhöhten Monozyten-Anzahl kommen verschiedene Ursachen infrage:

Eine andere Ursache eines erhöhten Monozytenwertes kann auch eine unkontrollierte Blutbildung sein (Myelodysplasie). Die im Volksmund Blutkrebs (Leukämie) genannte unkontrollierte Überproduktion kann zum Beispiel eine Monozytenleukämie sein. Bei Verdacht auf solche Erkrankungen kann der Arzt zur weiteren Abklärung eine Knochenmarkuntersuchung durchführen.

Bitte beachten: ein erhöhter Monozytenwert hat in aller Regel vollkommen normale Ursachen. Er ist im Rahmen einer Infektion sogar gut und hilfreich, weil alles darauf hindeutet, dass die körpereigene Abwehr funktioniert. Man sollte diese Fragen stets mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.

Zu viele Monozyten bei Stress

Im Jahr 2011 konnte in einer wissenschaftlichen Studie erstmals nachgewiesen werden, dass Stress ein Auslöser für dei verstärkte Bildung von Monozyten ist. Ein erhöhter Monozytenwert kann also auf die Ursache "zu viel Stress" zurückgeführt werden.

Hintergrund ist eine sog. reaktive Sauerstoffspezies (ROS). ROS sind aggressive Formen des Sauerstoffs, die im Rahmen der natürlich Immunabwehr von den Makrophagen gebildet werden. Makrophagen sind weiterentwickelte Monozyten, die quasi einen Schutzpanzer gebildet haben. Bei der Bekämpfung anderer Zellen mit (u.a.) ROS sind sie (und auch die Dendritischen Zellen) vor ROS geschützt. Die Monozyten als ungeschützte Vorläuferstufe allerdings nicht.

ROS wirkt toxisch und zerstörte neben den Eindringlingen auch angrenzendes körpereigenes Gewebe. Aus diesem Grund gibt es einen eingebauten Mechanismus, um die Überproduktion von Makrophagen zu verhindern. Werden Monozyten durch ROS angegriffen, so verändern sie ihre DNA-Struktur, so dass sie nicht mehr voll funktionstauglich sind. Das tun sie, weil dadurch verhindert werden soll, dass noch mehr Makrophagen gebildet werden, die das schädliche ROS freisetzen. Diese natürliche Regulation funktioniert in der Regel auch recht gut.

Bei sog "oxidativem Stress" entsteht nun allerdings vermehrt ROS im Körper. Das hat nicht mit "Atmung" zu tun, sondern mit einer dauerhaften übersteigerten Aktivität in den Körperzellen. Dort entstehen dann im Rahmen der Sauerstoffumwandlung reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Diese gelangen über das Blut auch ins Knochenmark, wo sie - bei einer längeren hohen Dosis - eine gesteigerte Leukozytenbildung auslösen. Diese Überproduktion führt dann zur übernatürlichen Vermehrung der Monozyten - die dann um so mehr Makrophagen ausbilden.

Das natürliche Gleichgewicht ist bei Stress gestört - und das hat vielfältge negative Auswirkungen auf den Körper.

Die genaue Wirkungsweise von ROS ist noch nicht bis ins einzelne geklärt. Wahrscheinlich wirkt es in geringen Dosen sogar positiv - aber in zu hoher Dosierung spielt bei verschiedensten Erkrankungen eine wesentliche Rolle und begünstigt in einigen Fällen wohl auch die Entstehung von Tumoren.

 

Funktion der Monozyten

Monozyten gehören zur Gruppe der Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Die Leukos sind für die Abwehr von Krankheitserregern und anderen körperfremden Substanzen zuständig. So wie auch die neutrophilen Granulozyten haben Monozyten die besondere Fähigkeit, bei Kontakt mit Infektionen gezielt in betroffenes Gewebe einzudringen. Dort entwickeln sie sich weiter und wachsen um das 5 bis 10fache an. Sie werden zu einer sog. Fresszelle: als Makrophage oder Dendritische Zelle "fressen" sie Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze. Die riesigen Zellen legen sich um die Erregerzellen und nehmen sie in sich auf.

Mit Hilfe des Blutes, das ununterbrochen durch den gesamten Organismus zirkuliert, gelangen Monozyten schnell und effektiv genau dorthin, wo sie benötigt werden. Erst wenn sie im Gewebe sind, entwickeln sie sich zu deutlich größeren Zellen, die die Angreifer oder Substanzen umschließen. Nach dem Umschließen werden die Eindringlinge mit Hilfe verschiedener Enzyme und toxischer Stoffe abgetötet und zerstört.

Die Makrophagen im Zellgewebe können eine Lebensdauer von mehreren Wochen haben. Dort kümmern sie sich nicht nur um Erreger und Fremdstoffe, sondern auch um altes körpereigenes Material, zum Beispiel im Rahmen des Knochenstoffwechsels oer bei der Beseitigung von LDL-Cholesterin ("schlechtes Cholesterin").

Den Vorgang des Fressens von körperfremden Substanzen nennt man "unspezifische Körperabwehr".

Darüber hinaus sind Monozyten aber auch an der spezifischen Abwehr beteiligt. Man spricht auch vom "erworbenen Immunsystem". Hierbei werden Teile der Erreger kontolliert an der Oberfläche der Monozyten bzw. Makrophagen angeheftet. Man könnte auch sagen: die Monozyten tun so, als seien sie gefährliche Erreger. Dadurch wird die Bildung spezieller Antikörper angeregt, so dass die Bekämpfung gerade großer Menge von Krankheitserregern viel schneller und effektiver ablaufen kann.

Eine große Anzahl von Monozyten werden in der Milz (rote Milzpulpa) gespeichert. Von dort aus können sie bei akuten Entzündungen in großer Zahl freigesetzt werden, um schnell in das betroffene Gewebe zu gelangen.

Monozyten lassen sich in der Feindiagnostik noch in verschiedene Gruppen einteilen (Subpopulationen), die jeweils eigenständige Strukturen auf ihrer Oberfläche ausbilden (sog. Marker). Seit 2010 werden zumindest drei Subpopulationen der Monozyten unterschieden:

Wenn zu wenig Monozyten im Blut vorhanden sind, bezeichnet man das als Monozytopenie.

Monozyten zu hoch
Blutwert Monozyten zu hoch

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