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Blutfette

Blutfette

Im Rahmen der Blutuntersuchung werden oft auch die Werte für die Blutfette ermittelt. Bei vielen Menschen zeigen sich hierbei Unregelmäßigkeiten. Aber was bedeuten das? Welche Risiken sind damit verbunden?

Die Blutfettwerte sind grundsätzlich anders zu beurteilen als zum Beispiel die Werte der Blutzellen (z.B. Leukozyten, Erythrozyten etc.). Denn die Blutfettwerte zeigen in aller Regel keine akute Erkrankung an, sondern geben Aufschluss über ein zukünftiges Erkrankungsrisiko. Sie helfen dabei, zukünftige (gravierende) Erkrankung (zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall) frühzeitig zu erkennen und abzuwenden. Grundsätzlich gilt: je schlechter die Blutfettwerte, um so größer das Risiko, später einmal, oft völlig unerwartet und überraschend, in eine lebensbedrohliche Situation zu geraten.

Das Gemeine an den Blutfetten ist, dass man erhöhte oder verminderte Werte normalerweise nicht bemerkt. Sie wirken nicht kurzfristig, sondern entfalten ihre negative Wirkung erst nach Jahren oder Jahrzehnten. So hat zum Beispiel fast ein Drittel aller erwachsenen Deutschen einen erhöhten Cholesterinspiegel - und viele wissen das gar nicht.

Blutfette
Tabelle mit Normwerten
(siehe unten)

Aber: erhöhte Blutfett-Werte verursachen einen schleichenden Prozess im Körper, der irgendwann sehr schädlich sein kann - zum Beispiel kann es bei Blutgefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu einem Blutgerinsel kommen (Thrombose), das einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall auslöst.

Es ist daher gut, die Blutfette - so wie auch andere Blutwerte - regelmäßig überprüfen zu lassen. Auch wenn man sich kerngesund fühlt, sollte man wenigstens ein mal pro Jahr einen Arzttermin vereinbaren, um sich durchchecken zu lassen. Das gilt insbesondere für Menschen über 45 Jahren.

Welche Blutfette gibt es?

Bei der Blutuntersuchung wird untersucht, wie hoch der jeweilige Anteil des Fettes im Blutserum ist. Im Grunde enthält eine routinemäßige Laboruntersuchung nur relativ wenige relevante Werte für Blutfette:

Cholesterin (Strukturformel)
Cholesterin (Strukturformel)

Cholesterin ist als Bestandteil sämtlicher Zellmembranen des Körpers einerseits unverzichtbar für den menschlichen Organismus; andererseits führen zu große Mengen Cholesterin zu Problemen, beispielsweise wenn das Cholesterin sich in den Blutgefäßen ablagert (Arteriosklerose).

Trigylceride (Fette) sind neben den Kohlenhydraten (Zucker, Stärke und Glykogen) die wichtigsten Energiespeicher der Zellen. Der physiologische Brennwert liegt mit 37 kJ/g Fett mehr als doppelt so hoch wie bei Kohlenhydraten und Proteinen (nur 17 kJ/g). Anders gesagt: es ist für den Organismus sehr vorteilhaft und effektiv, möglichst viel an Fetten anzulgene - für schlechte Zeiten quasi.

Blutfette Normalwerte

Triglycerid (Strukturmodell)
Triglycerid (Strukturmodell)

Da die Blutfette sowieso keine akuten Folgen haben, sondern nur indirekt wirken, geht es also darum, das Risiko für Folgeerkrankungen abzuschätzen. Das Problem dabei ist nur: die Normwerte verändern sich in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren. Dazu gehören zum Beispiel:

Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen ohne weitere Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre). Die Blutfettwerte werden in Milligramm pro Deziliter gemessen ( mg/dl ), in manchen Laborbefunden ist alternativ die Angabe Millimol pro Liter (mmol/l) verzeichnet.

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl zu hoch
LDL LDL-Cholesterin unter 160 mg / dl  
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl  
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl  

Bei älteren Menschen (über 40 Jahre) werden häufig leicht erhöhte Werte gemessen. Sie gelten daher bei älteren Menschen noch als "normal".

Wenn zwei oder mehr der oben genannten Risiko-Faktoren vorliegen, verändern sich die Normwerte. Das bedeutet, dass es anderer Werte bedarf, um das Risiko einer Folgeerkrankung besser einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre).

Abk. Beschreibung mg / dl
TC Gesamt-Cholesterin unter 160 mg / dl
LDL LDL-Cholesterin unter 130 mg / dl
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl
TRG Triglyceride unter 130 mg / dl

Die folgende Grafik kann die Normbereiche für die Blutfettwerte anschaulich machen:

Blutfette Normalwerte, Tabelle
Blutfette Normalwerte - Tabelle mit und ohne Risikofkatoren

Die Blutfettwerte sind nicht Bestandteil des großen Blutbildes - und auch nicht des kleinen Blutbildes. Sie werden vom behandelnden Arzt oder Ärztin je nach Bedarf vom Labor angefordert.

Transport der Blutfette im Blut

Fette gehören neben Eiweißen und Kohlenhydraten zu den Grundbestandteilen unserer Nahrung. Sie dienen als Energielieferant, aber auch als Bausteine für Körperzellen. Ein Organismus kann Fette speichern, sozusagen für schlechten Zeiten.

Lipoprotein
Lipoprotein

Damit die Fette in die entsprechenden Körpergewebe gelangen, wo sie benötigt oder gespeichert werden sollen, müssen sie im Blut transportiert werden. Das ist aber nicht so einfach. Denn Fett sind nicht wasserlöslich - sie sind hydrophob (wasserabweisend). Sie würden daher im Blut sehr schnell verklumpen und die Blutgefäße verstopfen. Damit der Transport gut klappt und die Fette auch wirklich dort ankommen, wo sie hin sollen, werden sie an Proteine (Apolipoproteine, ein Eiweis) gebunden - man bezeichnet diese Fett-Protein-Partikel als Lipoproteine.

Bei der Blutuntersuchung werden die Fettanteile aus den Lipoproteinen herausgelöst und dann gemessen, wie hoch der jeweilige Anteil des Fettes im Blutserum ist.

Siehe auch: Lipoprotein-a - Blutwert Lp(a)

 

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