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Eosinophile Granulozyten (Blutwert Eos)

Eosinophile Granulozyten

Eosinophile Granulozyten, kurz Eos, gehören zu den Granulozyten und als solche zu den Leukozyten. Leukozyten spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem, die Granulozyten wiederum sind ganz allgemein für die Abwehr von Fremdstoffen zuständig. Die besondere Rolle der eosinophilen Granulozyten liegt dabei vor allem in der Abwehr von Parasiten. Zudem sind sie an der Steuerung allergischer Reaktionen beteiligt.

Der Begriff "eosinophil" ("Eosin-liebend") erklärt sich durch das Anfärbeverhalten mit Hilfe des Farbstoffs Eosin (griechisch für "Morgenröte"). Mit Hilfe dieses Farbstoffs kann das Präparat so eingefärbt werden, dass die eosinophilen Granulozyten unter dem Mikroskop rötlich eingefärbt und so deutlich zu erkennen sind.

Eosinophiler Granulozyt
Eosinophiler Granulozyt: deutlich erkennbar
die mit Eosin rötlich eingefärbten Vesikel (Granula)

Die folgende Tabelle zeigt die Unterarten der Granulozyten. Sie sind Bestandteil des sog. Differentialblutbildes (Untersuchung der Leukozyten). Der Normwert für Eosinophile liegt bei Erwachsenen bei etwa 50 bis 250 pro Mikroliter (µl) Blut. Der Wert schwankt im Tagesverlauf, daher ist die Spanne der Normalwerte relativ breit. Als Blutwert wird heutzutage jedoch nicht die Anzahl angegeben, sondern das Verhältnis zur Gesamtmenge der Leukozyten: der Normalwert liegt zwischen 2 und 4 Prozent.

Zellart Anteil an Gesamt-Leukozytenanzahl Anzahl pro µl Blut
Neutrophile Granulozyten    
  Stabkernige (neutrophile) Granulozyten 3 bis 5% 150–400
  Segmentkernige (neutrophile) Granulozyten 50 bis 70% 3000–6000
Eosinophile Granulozyten 2 bis 4% 50–250
Basophile Granulozyten 0 bis 2% 15–50

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Aufbau eines eosinophilen Granulozyts

Eosinophiler Granulozyt
Eosinophiler Granulozyt

Ein eosinophiler Granulozyt sieht mit etwa 15 bis 20 µm Durchmesser unter dem Mikroskop rund 2 bis 3 mal so groß aus wie ein Erythrozyt (rotes Blutkörperchen). Durch die kugelförmige Gestalt ist sein Volumen jedoch deutlich wesentlich größer. Im Zellinneren sind neben dem Zellkern vor allem die rot eingefärbten Granulas (Vesikel) zu erkennen. Diese enthalten basische Proteine, die toxisch (giftig) wirken. Dazu gehören zum Beispiel:

Funktion der eosinophilen Granulozyten

Eosinophile Granulozyten funktionieren aufgrund dreier Wirkungsmechanismen:

Die Eosinophilen haben dabei besonders Parasiten und Würmer im Visier. Wenn sie diese aufgrund spezieller Botenstoffe erst einmal erkannt haben, bewegen sie sich auf diese zu und haften sich an die Oberfläche des Eindringlings. Durch die Zellmembran werden die giftigen Substanzen aus den Vesikeln in die Fremdzelle übertragen (Exozytose), wodurch diese abstirbt. Gleichzeitig setzt die Eosinophile noch Botenstoffe frei, um weitere Eosinophile Granulozyten herbeizurufen, die bei der Arbeit helfen.

Eosinophile können aber auch eine für den Organismus selbst schädigende Rolle spielen. Bei Asthma bronchiale beispielsweise wird das Lungenepithel durch die Inhaltsstoffe der Eosinophilen geschädigt.

Zu viele Eosinophile

Eine erhöhte Konzentration der eosinophilen Granulozyten wird als Eosinophilie bezeichnet. Da Eosinophile in erster Linie zur Bekämpfung von Parasitenbefall und bei allergischen Reaktionen zuständig sind, deutet ein vermehrtes Auftreten im Blut auf eine solche Erkrankung hin. Dazu gehören zum Beispiel:

Allerdings können auch andere Ursachen eine Erhöhung hervorrufen, zum Beispiel bestimmte Medikamente.

Zu wenig Eosinophile

Bei einer deutlichen Verminderung der Eosinophilenzahl spricht man von einer Eosinopenie. Wenn zu wenige eosinophile Granulozyten im Blut vorhanden sind, schwächt das die Immunabwehr gegen Parasiten und Pilze. Als Ursachen für die zu geringe Konzentration gelten:

Bildung der eosinophilen Granulozyten (Granulopoese)

Die Bildung der eosinophilen Granulozyten findet Granulopoese) erfolgt im Knochenmark aus multipotenten Stammzellen (auch hämatopoetische Stammzelle). Daraus entwickelt sich im Knochenmark eine myeloische Vorläuferzelle, die sich wiederum in verschiedene Blutzellarten teilen kann. Wird daraus ein Myeloblast. können sich in weiteren Einzelschritten schließlich die Granulozyten entwickeln. Dazu gehört auch der eosinophile Granulozyt. Die folgende Infografik zeigt die Entwicklungsstadien der einzelnen Zellarten.

Hämatopoese (Bildung der Blutzellen) - Infografik
Hämatopoese (Bildung der Blutzellen)
Infografik von Martin Mißfeldt, CC-BY-SA; Bildquelle: Blutwert.net

Der gesamte Vorgang der Blutbildung wird als Hämatopoese bezeichnet.

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Eosinophile Granulozyten