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Differentialblutbild (Leukozyten-Analyse)

Differentialblutbild

Bei einem Differentialblutbild oder auch Differenzialblutbild werden die zellulären Anteile der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) untersucht. Es handelt sich um eine Routineuntersuchung, die bei der ärztlichen Diagnose durchgeführt wird. Das Differentialblutbild wird mit Hilfe einer Blutprobe (Blutabnahme beim Arzt) von einem Fachlabor vorgenommen. Anschließend bekommt der Arzt und meist auch der Patient eine Liste mit entsprechenden Blutwerten.
Hier zunächst eine Tabelle mit den Blutwerten des Differentialblutbildes:

Differentialblutbild (Tabelle)
Differentialblutbild (Tabelle)

Unterschied zum kleinen Blutbild

Das Blutbild (Hämogramm) ist in der Medizin eine standardisierte Zusammenstellung wichtiger Befunde aus einer Blutprobe. Beim sog. "kleinen Blutbild" werden die Blutzellen untersucht, also die Zellen, die im Blutplasma schwimmen und lebenswichtige Aufgaben im Organismus haben. Folgende Blutzellen sind im Blut enthalten:

Im Rahmen des kleinen Blutbildes wird nur die Gesamt-Anzahl der Leukozyten ermittelt.

Leukozyt
Leukozyt, mit bis zu 20 µm Durchmesser deutlich
größer als Erythrozyten (im Bild ein Granulozyt)

Die Leukozyten sind also für Entzündungen (z.B. Rheuma) und Eindringlinge jeder Art zuständig (z.B. Infektionen, Vergiftungen, Pilzbefall) - mehr dazu siehe unten. Wenn ein Arzt entsprechende Symptome erkennt - oder wenn sich bei der Anzahl der Leukozyten im kleinen Blutbild Unregelmäßigkeiten zeigen, wird ein Differentialblutbild angefordert (siehe Leukozyten zu hoch - Leukozyten zu niedrig)

Unterschied zm großen Blutbild

Wenn das kleine Blutbild UND zusätzlich noch ein Differentialblutbild erstellt wird, nennt man das ein "großes Blutbild". Wenn nur die Leukozyten-Arten untersucht werden, spricht man von einem "Differentialblutbild".

Differentialblutbild Normwerte (erwachsener Mensch)

Die folgende Tablle zeigt die Normwerte des Differentialblutbildes. In der mittleren Spalte ist der Anteil der jeweiligen Zellart im Verhältnis zur Gesamtanzahl der Leukozyten verzeichnet. Die größte Gruppe bilden die Granulozyten, die man noch weiter differenziert.

Man erkennt, dass die größte Gruppe innerhalb der Leukozyten die "segmentkernigen neutrophilen Granulozyten" sind (bis zu 62%), gefolgt von den Lymphozyten (bis zu 33%). In der rechten Spalte erkennt man die absolute Anzahl, gemessen auf einen Mikroliter (µl) Blut. Zum Vergleich: in einem Mikroliter Blut sind etwa 4,5 bis 5 Millionen Erythrozyten enthalten.

Zelltyp Anteil an Leukozyten insgesamt (%) Anzahl pro µl
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–10.000
Stabkernige neutrophile Granulozyten 3–5 150–400
Segmentkernige neutrophile Granulozyten 54–62 3000–5800
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250
Basophile Granulozyten 0–1 15–50
Lymphozyten 25–40 1500–3000
Monozyten 3–7 280–500

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Die Leukozyten-Arten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktion, sondern auch in Aufbau und Gesalt. Mit Hilfe spezieller Färbetechniken können die Leukos unter dem Mikroskop deutlich sichtbar gemacht werden. Aufgrund ihres Aussehens kann man die einzelnen Arten voneinander unterscheiden.

Leukozyten-Arten
Leukozyten-Arten - so wie sie nach Einfärbung unter dem Mikroskop erscheinen

Funktion der Leukozyten

Leukozyten erkennen unverträgliche Stoffe bzw. Krankheitserreger und können sie abwehren. Dazu gehören

Da diese Fremd- oder Giftstoffe sehr unterschiedlich sind, gibt es verschiedene Untergruppen der Leukozyten. Jede Gruppe hat dabei eine sehr spezielle Aufgabe innerhalb des Immunsystems. Nach ihrer Bildung werden einige Leukos in bestimmten Organen "geprägt", dass heißt sie lernen erst vor Ort ihre genaue Funktionsweise. Grob zusammengefasst gibt es drei Leukozyten-Arten:

  1. Granulozyten
  2. Lymphozyten
  3. Monozyten

Neutrophile Granulozyten, Monozyten, Makrophagen und Dendritische Zellen werden auch als Fresszellen bezeichnet: sie umschließend Fremdstoffe im Körper und machen sie damit unschädlich (sog. Phagozytose).

B-Lymphozyten hingegen produzieren nach geeigneter Stimulation speziell gegen bestimmte Erreger oder schädigende Stoffe gerichtete Antikörper. Sie gehören somit zur spezifischen Abwehr.

T-Lymphozyten koordinieren unter anderem spezifische und unspezifische Abwehr. Auch an Entzündungen sind Leukozyten beteiligt. Durch freigesetzte Botenstoffe (Mediatoren) wie Zytokine und Leukotriene organisieren sie die Bekämpfung. Leukozyten spielen außerdem eine wesentliche Rolle bei allen Autoimmunkrankheiten (zum Beispiel Aids).

Hier eine Liste der Leukozyten-Arten sowie deren Hauptfunktionen:

Immunzellen

Aufgabe und Funktion
Monozyten Vorläufer der Makrophagen im Blut
Makrophagen Phagozytose, im Gewebe und der Lymphflüssigkeit
Mastzellen beeinflussen die Permeabilität der Blutgefäße
Antigenpräsentierende Zellen markieren Antigene und leiten damit die Immunantwort ein

Granulozyten

Aufgabe und Funktion
neutrophile Granulozyten Phagozytose (Fressen) von Bakterien, Viren und Pilzen im Blut
eosinophile Granulozyten Abwehr von Parasiten, beteiligt an allergischen Reaktionen
basophile Granulozyten Abwehr von Parasiten, allergische Reaktionen, Entzündungen, Juckreiz

Lymphozyten

B-Zell-Gruppe

Aufgabe und Funktion
B-Lymphozyten Vorläufer der Plasmazellen im Blut
Plasmazellen Spezialisierung auf Antikörperproduktion
B-Gedächtniszellen langlebige B-Zellen mit einem Gedächtnis für spezielle Antigene

T-Zell-Gruppe

  Aufgabe und Funktion
T-Helferzellen aktivieren Plasmazellen und Killerzellen, erkennen Antigene
Regulatorische T-Zellen bremsen die Immunantwort, hemmen B-Zellen und anderer T- Zellen
T-Gedächtniszellen langlebige T-Zellen mit einem Gedächtnis für spezielle Antigene
T-Killerzellen erkennen und zerstören von Viren befallene Körperzellen und Tumorzellen

Killerzellen

Aufgabe und Funktion
natürliche Killerzellen greifen Tumorzellen und von Viren befallene Zellen an

Leukozyten Normalwerte

Die folgende Tablle zeigt die Normalwerte. Wenn einer der Werte zu hoch oder zu nbiedrig ist, klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link in der rechten Spalte.

Differentialblutbild (Leukozyten Normalwerte):

Zelltyp Anteil an Gesamt-Leukozyten (%) Anzahl pro µl Siehe auch
alle Leukozyten (bei Erwachsenen) 100 4.000–10.000 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten stabkernig 3-5 150–400 zu hoch
zu niedrig
Neutrophile Granulozyten segmentkernig 54–62 3000–6000 zu hoch
zu niedrig
Eosinophile Granulozyten 1–3 50–250 zu hoch
zu niedrig
Basophile Granulozyten 0–1 15–50 zu hoch
zu niedrig
Lymphozyten 25–33 1500–3000 zu hoch
zu niedrig
Monozyten 3–7 300–700 zu hoch
zu niedrig

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Differentialblutbild
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