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Cholesterin (Blutwert TC)

Cholesterin Laborwert

Cholesterin (auch als Cholesterol bezeichnet) ist ein lebenswichtiger Stoff (genau genommen ein Sterin) mit vielfältigen Funktionen. Es ist vor allem ein wichtiger Bestandteil von Zellwänden (Membranen), spielt aber auch bei der Produktion von Gallensäuren oder Hormonen eine wichtige Rolle. Der menschliche Körper enthält etwa 140 g Cholesterin, über 95 % des Cholesterins befindet sich innerhalb der Zellen und Zellmembranen. Cholesterin wird zum größten Teil vom Körper selber produziert, nur ein relativ geringer Anteil wird über die Nahrung aufgenommen (nur ca. 10 Prozent). Die Höhe des Cholesterinspiegels hängt vor allem von der körpereigenen Produktion ab und erst in zweiter Linie von der Zufuhr über die Nahrung. Insofern ist die Beurteilung geeigneter Therapien bei erhöhtem Cholesterinwert umstritten.

Cholesterin (Strukturformel)
Cholesterin (Strukturformel): ein weißer geruchloser Feststoff, Summenformel C27H46O.

Cholesterin wird zwar meist im Rahmen einer Blutuntersuchung als Blutfett bezeichnet, es ist jedoch genau genommen gar kein Fett (laut chemischer Fett-Definition). Allerdings sind einige Eigenschaften ähnlich - so kann es zum Beispiel ebenso wie Triglyceride nicht frei im Blut schwimmen (weil es sonst verklumpen würde).

Der Begriff "Cholesterin" bedeutet so viel wie "verhärtete Galle", er wurde im Jahr 1824 von dem Chemiker Michael Eugène Chevreul geprägt, der Cholesterin in Gallensteinen nachweisen konnte. Cholesterin ist aber nicht nur in der Gallenflüssigkeit enthalten, sondern auch im Gehirn und anderen Nervengeweben, und auch im Blut. Somit lässt sich der Cholesterinspiegel sehr einfach im Rahmen einer Blutuntersuchung ermitteln.

Funktion von Cholesterin

Cholesterin dient vor allem als Baustein. Nahezu alle Körperzellen sind von Membranen umschlossen, die auch Cholesterin enthalten. Es erhöht die Stabilität und kontrolliert gemeinsam mit anderen Proteinen den Ionenaustausch der Zelle. Zudem ist Cholesterin beteiligt an der Produktion von ...

Cholesterin im Blut (Blutwert)

Cholesterin ist wie andere Lipide (Fette) lipohil (fett-liebend) und hydrophob (wasser-abweisend). Es kann daher nicht einfach so im Blut schwimmend transportiert werden. Stattdessen wird es in speziellen Transport-Vehikeln, sog. Lipoproteinen, im Blut transportiert. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie weitere Proteinstrukturen enthalten, die gezielt an bestimmte Körpergewebe andocken können. So kann reguliert werden, wo Cholesterin aufgenommen und abgegeben wird (gleiches gilt für Triglyceride).

Lipoprotein
Lipoprotein: Transport-Kügelchen, die Triglyceride und Cholesterin
aufnehmen und im Blut transportieren

Die Lipoproteine können eine unterschiedliche Dichte haben - je nachdem, wie viel Cholesterin / Triglyceride enthalten ist. Man unterscheidet hierbei:

Neben dem Blutwert Cholesterin (insgesamt) werden bei einer Blutuntersuchungen diese beiden Werte mit untersucht, denn die Eigenschaften sind sehr verschieden. Viele Patienten können sich die beiden Werte schlecht merken, daher hier eine Eselsbrücke:

HDL - LDL Unterschied (Merkspruch)
HDL - LDL Unterschied (Merkspruch)

Grob vereinfacht kann man sagen:

Cholesterin Normalwerte

Die folgende Cholesterin-Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen ohne weitere Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre). Die Werte werden in Milligramm pro Deziliter gemessen ( mg/dl ), in manchen Laborbefunden ist alternativ die Angabe Millimol pro Liter (mmol/l) verzeichnet.

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl  
LDL LDL -Cholesterin unter 160 mg / dl  
HDL HDL -Cholesterin über 40 mg / dl  
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl  

Bei älteren Menschen (über 40 Jahre) werden häufig leicht erhöhte Werte gemessen. Sie gelten daher bei älteren Menschen noch als "normal".

Veränderte Grenzwerte bei Risikofaktoren

Das Problem ist: die Normwerte verändern sich in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren. Dazu gehören zum Beispiel:

Wenn zwei oder mehr der oben genannten Risiko-Faktoren vorliegen, verändern sich die Grenzwerte. Das bedeutet, dass es anderer Werte bedarf, um das Risiko einer Folgeerkrankung besser einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre).

Abk. Beschreibung mg / dl
TC Gesamt-Cholesterin unter 160 mg / dl
LDL LDL-Cholesterin unter 130 mg / dl
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl
TRG Triglyceride unter 130 mg / dl

Die folgende Grafik kann die Normbereiche für die Blutfettwerte anschaulich machen:

Blutfette Normalwerte, Tabelle
Blutfette Normalwerte - Tabelle mit und ohne Risikofkatoren (CC-BY-SA)

Die Cholesterin-Laborwerte sind nicht Bestandteil des großen Blutbildes - und auch nicht des kleinen Blutbildes. Sie werden vom behandelnden Arzt oder Ärztin je nach Bedarf vom Labor angefordert.

Cholesterin zu hoch

Millionen von Menschen haben einen zu hohen Cholesterinwert. Was nun? Zunächst einmal gilt es zu klären, ob andere Risikofaktoren vorliegen (siehe oben). Wenn das der Fall ist, sollte der Cholesterinwert sogar idealerweise noch niedriger sein. Zudem wird der Arzt oder die Ärztin den HDL-Wert betrachten. Denn HDL (High Density Lipoprotein) sorgt für den Abbau und Abtransport des schlechten Cholesterins (Blutwert LDL). Bei einigen Laborbefunden wird inzwischen auch das Verhältnis von HDL zu LDL ausgewiesen.

An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass man natürlich niemals nur einen Wert separat betrachtet. Meist sind mit dem Cholesterinwert auch der Triglyceride-Wert erhöht, nicht selten spielt auch ein erhöhter Blutzuckerwert mit hinein.

Durch einen zu hohen Cholesterinwert steigt das Risiko für Folgeerkrankungen. Dabei ist in erster Linie die Arterienverkalkung zu nennen. Cholesterin (und einige andere Proteine) lagern sich im Laufe des Lebens in der Blubahn (genauer in den Arterien) als sog. Plaques ab. Diese bereitet den meisten Patienten lange Zeit keinerlei Probleme. In der Regel wird es aber erst bedenklich, wenn der Durchmesser des Blutgefäßes weniger als 50 Prozent des ursprünglichen Wertes beträgt. Man nennt diese Form der Blutgefäßverengung auch Arteriosklerose ("Arterienverkalkung").

Das Problem dabei ist: wenn so ein Plague reisst, werden die Thrombozyten ebenfalls aktiv - obwohl ja genau genommen gar kein Blut abfließt. Da die entsprechende Arterie sowieso schon verengt ist, wird sie durch die schnelle Thromboyztenaggregation sehr schnell noch viel enger, bis hin zum vollständigen Verschluss. In der Folge kann es zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommen.

Ein erhöhter Cholesterinwert sollte daher möglichst frühzeitig erkannt werden - daher sollten Menschen ab 45 Jahren auch mind. einmal pro Jahr eine Blutuntersuchung machen lassen.

Wenn der Cholesterinwert dann zu hoch ist, sollte man ihn möglichst auf natürlichem Wege senken - also zunächst einmal ohne Medikamente. Das bedeutet für die meisten: Umstellung der Lebensweise.

Warum ist der Cholesterinspiegel zu hoch? Ursachen

Um zu verstehen, warum der Cholesterinspiegel zu hoch ist, muss man sich die Ursachen vergegenwärtigen. Wie bereits oben beschrieben wird nur ein relativ geringer Anteil über die Nahrung aufgenommen. Ca. 90 Prozent des Cholesterins wird im Körper hergestellt. Einfach nur auf Cholesterinarme Kost zu achten, ist zwar sowieso sinnvoll, aber oft nicht ausreichend.

Entscheidend ist Bewegung!

In unserer modernen Gesellschaft bewegen sich viele Menschen viel zu wenig. Das wirkt sich im Laufe der Jahre zunehmend schlechter aus. Im Grunde ermöglicht der Bewegungsmangel erst, dass sich Plaques in den Blutbahnen bilden können. Es sammelt sich zunehmend Cholesterin an, das nicht mehr verbraucht wird.

Cholesterinspiegel senken

Das Gute ist: man kann den Cholesterinspiegel recht zügig senken - ganz ohne Medikamente. Es reicht eine gesunde Ernährung - und vor allem: viel Bewegung. Durch Bewegung wird Cholesterin verbraucht und abgebaut. Und wenn man dank cholesterinarmer Ernährung nur wenig Nachschub liefert, dann werden nach und nach die Cholesterin-Reserven abgebaut.

Allerdings reicht cholesterinarme Ernährung allein nicht aus: denn der Körper stellt ja auch aus anderen Stoffen eigenes Cholesterin her. Daher sollte man so weit wie möglich auf Zucker verzichten. Zucker hat sowieso sehr veiel negative Auswirkungen - die fast immer einen Bewegungsmangel zur Folge haben. Auch der Verzicht auf Alkohol und Rauchen wirkt sich positiv auf den Choleserinspiegel aus.

Aber das Wichtigste: man muss sich aufraffen und etwas ändern. Insofern kann ein erhöhter Cholesterinspiegel auch positiv gesehen werden: die Blutuntersuchung zeigt, dass der Körper mehr Beachtung braucht und man eine Lebensweise anstreben sollte. Und wenn das gelingt: gute Ernährung und ausreichend Bewegung - dann wird man sich auch mental viel besser fühlen.

 

Cholesterin-Laborwert
Großes Blutbild

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