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LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein)

Großes Blutbild

Im Rahmen der Blutuntersuchung werden neben dem (Gesamt-) Cholesterin (Blutwert TC) auch die beiden Werte LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin gemessen. LDL ist die Abkürzung von "Low Density Lipoprotein", übersetzt etwa: "Lipoprotein geringer Dichte". Genaugenommen wird also der Anteil von Cholesterin gemessen, das sich in einem bestimmten Lipoprotein befindet. Der Referenzwertbereich für LDL-Cholesterin liegt zwischen 70 und 180 mg/dl (Mikrogramm pro Deziliter) - das gilt für Frauen und Männer. Er ist jedoch von weiteren Risikofaktoren abhängig (siehe unten). LDL-Cholesterin wird auch als das "böse Cholesterin" bzw. das "schlechte Cholesterin" bezeichnet.

Der Unterschied zwischen HDL (das gute) und LDL (das böse) ist daher gar nicht das Cholesterin selber (das ist in beiden Fällen identisch), sondern das Transport-Vehikel, in dem sie nachgewiesen werden. Grob verallgemeinert:

Was ist ein Lipoprotein?

Ein Lipoprotein ist ein kleines Kügelchen, das wie ein Mini-U-Boot im Blutserum schwimmt. Da Fette wasserabweisend sind (lipophob), können sie sich nicht frei im Blutserum bewegen - sie würden sich zuammenklumpen und die Blutbahn verstopfen. Daher gibt es die Lipoproteine als Transportsystem: sie können Blutfette wie Trigyceride oder auch Cholesterin aufnehmen und gezielt in bestimmte Gewebe bringen. Die folgende Grafik veranschaulicht ein Lipoprotein:

Lipoprotein
Lipoprotein: Transport-Kügelchen, die Triglyceride und Cholesterin
aufnehmen und im Blut transportieren

Mit Hilfe sog. Apolipoproteine, die in der Hülle der Lipoproteine befinden, werden die Fette herein- oder herausgeschleust. Sie haben zudem Rezeptoren, mit denen sie gezielt bestimmte Gewebe ansteuern können, um ihre Fracht abzuladen oder entgegen zu nehmen.

Aufbau eines LDL

Menschliches LDL hat eine Dichte von 1,019 bis 1,062 g/ml und eine Größe von 18 bis 25 nm. Es besteht aus einem Apolipoprotein B100 (Apo B100) mit einer molaren Masse von 550 kDa (4536 Aminosäure-Einheiten), Cholesterinestern, freiem Cholesterin und Phospholipiden. Der Lipidanteil beträgt circa 80 %, das heißt, dass LDL eine molare Masse von etwa 2,7 MDa besitzt. Es sind zahlreiche Mutationen von ApoB-100 beim Menschen bekannt, wobei einige mit hohem Cholesterinspiegel assoziiert sind.

LDL-Cholesterin Normalwerte

Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen ohne weitere Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre). Die LDL-Werte werden wie auch die übrigen Blutfettwerte in Milligramm pro Deziliter gemessen ( mg/dl ), in manchen Laborbefunden ist alternativ die Angabe Millimol pro Liter (mmol/l) verzeichnet.

Abk. Beschreibung Normwerte mg / dl Siehe auch
TC Gesamt-Cholesterin unter 200 mg / dl  
LDL LDL -Cholesterin unter 160 mg / dl  
HDL HDL -Cholesterin über 40 mg / dl  
TRG Triglyceride unter 150 mg / dl  

Bei älteren Menschen (über 40 Jahre) werden häufig leicht erhöhte Werte gemessen. Sie gelten daher bei älteren Menschen noch als "normal". Das Problem dabei: die Normwerte verändern sich in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren. Dazu gehören zum Beispiel:

Wenn zwei oder mehr der oben genannten Risiko-Faktoren vorliegen, verändern sich die Normwerte. Das bedeutet, dass es anderer Werte bedarf, um das Risiko einer Folgeerkrankung besser einzuschätzen. Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Menschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren (Erwachsene unter 40 Jahre).

Abk. Beschreibung mg / dl
TC Gesamt-Cholesterin unter 160 mg / dl
LDL LDL-Cholesterin unter 130 mg / dl
HDL HDL-Cholesterin über 40 mg / dl
TRG Triglyceride unter 130 mg / dl

Die folgende Grafik veranschaulicht die Refernzbereiche für die Cholesterinwerte:

Blutfette Normalwerte, Tabelle
Blutfette Normalwerte - Tabelle mit und ohne Risikofkatoren

Die Blutfettwerte sind nicht Bestandteil des großen Blutbildes - und auch nicht des kleinen Blutbildes. Sie werden vom behandelnden Arzt oder Ärztin je nach Bedarf vom Labor angefordert.

Arteriosklerose

Makrophage
Makrophage

LDL-Cholesterin wird in der Regel von Monozyten und Makrophagen verarbeitet.Monozyten zirkulieren im Blut und suchen nach körperschädigenden Stoffen. Wenn sie solche gefunden haben, entwickeln sie sich weiter zu sog. Makrophagen, die als "Fresszellen" andere Zellen umschließen und in ihrem Zellinneren verarbeiten bzw. zerstören, meist durch Enzyme oder toxische Substanzen).

Wenn LDL jedoch durch Acetylierung des Protein-Anteils modifiziert ist, kann dieses oxidierte Lipoprotein nicht mehr verarbeitet werden und häuft sich im Zell-Inneren an.

Die so entstandenen Makrophagen mit hohem Cholesterin-Anteil nennt man Schaumzellen. Sie gelten im Zusammenhang mit verletzten Blutgefäßen als Hauptursache der Arteriosklerose, da sie sich in den Blutgefäßen anlagern und so eine "Blugefäß-Verkalkung herbeiführen (sog. Plaques). Dadurch verengt sich die Blutbahn. Allerdings geht dieser Prozess sehr langsam voran, meist dauert es Jahre, ohne dass ein Patient davon etwas bemerkt.

Das erhöht allerdings das Risiko einer Thrombose (Blutgerinnsel, dass die Blutbahn verstopft. Wenn so ein Blutgerinnsel im Herzen bestimmte Blutkanäle verstopft, spricht man von einem Herzinfarkt. Wenn das im Gehirn passiert, von einem Schlaganfall, in der Lunge von einer Lungenembolie. Diese Krankheit gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Es ist daher sehr empfehlenswert und wichtig, den Cholesterinspiegel regelmäßig zu prüfen (ab 45 Jahren mind. 1 x pro Jahr). Durch gesunde Ernährung und vor allem Bewegung kann man den Cholesterin-Wert auf natürliche Weise senken und dauerhaft im Griff behalten. Genau Maßnahmen besprechen betroffene Patienten am besten zunächst mit ihrem Hausarzt - und dann ev. mit einem Ernährungsberater.

 

LDL-Cholesterin
LDL-Cholesterin

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