Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und zeigt interessenbezogene Werbung. Datenschutzhinweise öffnen ... Ok, einverstanden.

Thrombose - Ursachen, Symptome, Diagnose, Vorbeugung

Thrombose

Thrombose ist ein Prozess in einem Blutgefäß, bei dem ein Thrombus (Blutgerinnsel) entsteht. Der Thrombus kann im schlimmsten Fall wie ein Pfropf die Blutbahn verstopfen. Ursache ist ein unkontrolliertes Zusammenklumpen vieler Thrombozyten - am ehesten an Stellen in den Blutgefäßen, die sowieso sensibel sind - z.B. dort, wo sich durch Arteriosklerose Plaques gebildet haben oder an den Venenklappen der Beinvenen.

Dieser Pfropfen kann so groß anwachsen, dass er die Stelle komplett verstopft - oder aber er löst sich ab und schwimmt mit dem Blut mit, bis er an eine Stelle gelangt, wo sich die Blutgefäße verzweigen und wieder kleiner werden. Dort kann es dann zu einem vollständigen Verschluss der Blutbahn kommen. Die folgende Grafik zeigt die Einzelschritte des Thrombose-Ablaufs:

Thrombose Ursache
Thrombose in den Beinvenen (Ursache: Thrombozytenaggregation aufgrund von Blutstauung)

Besonders gefürchtet ist die tiefe Beinvenenthrombose. In den großen Venen (zurückfließendes Blut) entstehen nicht selten Thromben, die sich dann ablösen können und so bis zur Lunge gelangen. Dort verstopfen sie dann die Blutbahn, so dass es zu einem (großflächigen) Funktionsausfall der Lunge kommt (sog. Lungenembolie).

Hinsichtlich ihrer Auswirkungen muss man zwei Arten der Thrombose voneinander unterscheiden:

Thrombose-Arten: Thrombophlebitis und Phlebothrombose
Thrombose-Arten: Thrombophlebitis und Phlebothrombose

Beide Begriffe beinhlaten den Fachbegriff "Thrombose" (Bildung eines Blutgerinnsels). Der Begriff "Phlebo" bedeutet "Vene", eine "Phlebitis" ist eine "Venenentzündung".

Eine Thrombose sollte möglichst frühzeitig erkannt werden, um das Folgerisiko zu minimieren.

Blutgefäße beim Menschen: Venen und Arterien
Blutgefäße beim Menschen: Venen (blau), Arterien (rot)

Ursache einer Thrombose

Eine Thrombose kann theoretisch in jedem Blutgefäß, vorrangig in den Venen, entstehen. Es gibt prinzipiell drei Bereiche, die man bei der Suche nach der Ursache einer Thrombose beachten muss:

Potentielle Thrombose Ursache: Blut, Blutgefäß oder Blutfluss
Thrombose Ursache: potentiell Blut, Blutgefäß oder Blutfluss

Die nicht erblich bedingten Risikofaktoren werden in der Regel durch äußere Umstände unserer modernen Konsumgesellschaft hervorgerufen, z.B.

Man unterschiedet zudem zwischen

Entstehung eines Thrombus

Auslöser für die Bildung eines Thrombus können sein:

Vor allem der letzte Punkt ist bei längeren Bettaufenthalt (z.B. im Krankenhaus) zu bedenken. Aus dem Grund wird häufig ein "Blutverdünner"-Medikament verabreicht und die Blutgerinnung mit Hilfe von Medikamenten behindert.

Thrombus (Blutgerinnsel)
Thrombus (Blutgerinnsel)

Der Thrombus, der sich bei einer Thrombose bildet, besteht vorwiegend aus Thrombozyten. Im Laufe der Zeit verfangen sich jedoch auch Erythrozyten und Leukozyten in dem Klumpen, der durch den Körperklebstoff Fibrin zusammengehalten wird.

Wenn sich die Wunde im Inneren des Blutgewebes bildet, spricht man von einem Thrombus - wenn sich dieser Blutproft bei einer äußeren Verletzung bildet, nennt man ihn Koagulum (extravasales Blutgerinnsel). Normalerweise wird er nach der Wundheilung problemlos vom Körper wieder abgebaut (sog. Fibrinolyse, s.u.).

Dass sich überhaupt solche Blutgerinnsel bilden, ist eine sehr sinnvolle Sache und durchaus nicht selten - denn immer wieder kommt es zu Verletzungen der Blutgefäße. Die Blutgerinnung läuft - vereinfacht - folgendermaßen ab: Das Enzym Thrombin (Faktor IIa der Gerinnungskaskade) wandelt Fibrinogen (fadenartige Moleküle) in Fibrin um, den Zell-Klebstoff. Zugleich werden Thrombozyten aktiviert, die sich entfalten und erneut Thrombin freisetzen. Damit dieser Prozess gesteuert und gg. gebremst werden kann, gibt es weitere Gerinnungsfaktoren (z.B. Antithrombin), die an dem Prozess beteiligt sind.

Thrombozytenaggregation - blutgerinnung
Thrombozytenaggregation - Blutgerinnung

Fibrinolyse (Rückbildung eines Thrombus)

Normalerweise können Thromben vom gesunden Körper selbst wieder völlig aufgelöst werden, ohne zu den o. g. Krankheitsbildern zu führen. Die körpereigene Auflösung eines Blutgerinnsels durch das Enzym Plasmin bezeichnet man als Fibrinolyse. Das Fibrin wird dabei aufgespalten in sog. D-Dimere. die sich als Blutwert messen lassen.

Allerdings dauert dieser Prozess eine Weile - und wenn die Ursache der Thrombose nicht beseitigt wird, wächst der Thrombus möglicherweise schneller als er abgebaut werden kann. Der Abbauprozess kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

Symtome einer Thrombose

Das Anfangsstadium einer Thrombose verläuft meist unbemerkt. Erst wenn sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) im Blutgefäß gebildet hat und weiter vergrößert, kann es zu Schmerzen und sichtbaren Symptomen kommen, vor allem in den Arm- und Beinvenen.

Dabei muss man unterscheiden zwischen Thrombophlebitis (oberflächliche, kleinere Venen) und der Phlebothrombose, (tiefe Venenthrombose). Letztere ruft eher unspezifisches Druckgefühl hervor, während die oberflächliche Thrombophlebitis auch auf der Haut sichtbar werden kann. Typische Symptome sind u.a.:

Im fortgeschrittenen Stadium kann es vorkommen, dass das gestaute Blut über andere, kleinere Venen abfließt, die eher an der Oberfläche unter der Haut liegen. Dann bilden sich "Warnviren", die deutlich zu sehen sind.

Diagnose einer Thrombose

Wie kann man sicher herausfinden, ob eine Thrombose vorliegt? Das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt mit Hilfe bildgebender Verfahren machen. Zudem kann ein bestimmter Blutwert dabei helfen. Die äußere Beurteilung des Oberflächengewebes erlaubt in der Regel keine eindeutigen Rückschlüsse.

Durch eine Ultraschalluntersuchung lässt sich eine Thrombose meist schon erkennen. Im Zweifelsfall kann ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) oder eine CT (Computertomografie) den Verdacht verifizieren.

Bei einer Blutuntersuchung kann zudem der Blutwert D-Dimer wertvolle Hinweise liefern.

Wenn ein Thrombus vom Körper aufgelöst wird (sog. Fibrinolyse, s.o.), spaltet sich der Zell-Klebstoff Fibrin u.a. in sog. D-Dimere auf. Sie schwimmen dann im Blut und sich bei einer Laboruntersuchung nachweisbar. Eine hohe Anzahl von D-Dimeren im Blut kann ein Hinweis auf eine akute Thrombose sein. Das ist allerdings nicht zwingend, daher sollte man diesen Wert stets mit den bildgebenden Verfahren abgleichen.

Risiko Lungenembolie

Der Unterschied zwischen oberflächlicher Thrombophlebitis und der Phlebothrombose, (tiefe Venenthrombose) ist vor allem die Größe des Thrombus. Je kleiner das Blutgerinnsel, um so geringer die möglichen Auswirkungen. Da die tiefen Beinvenen wesentlich größer sind, können die Thromben hier relativ groß werden. Das kann dann lebensbedrohliche Folgen haben.

Ein frei schwimmender Thrombus kann zu einer Lungenembolie führen. Als Embolie bezeichnet man einen teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes mit der Folge eines Funktionsausfalls des umliegenden / nachfolgenden Gewebes.

In diesen beiden Fällen handelt es sich um arterielle Embolien. Demgegenüber führt eine venöse Embolie zu einer Lungenembolie.

Venen sind diejenigen Blutgefäße, die das Blut zurückführen (wenn man davon ausgeht, das der Blutkreislauf beim Herzen beginnt). Das zurückließende Blut enthält relativ viel Kohlendioxid (Abfallprodukt der Zellatmung). Daher fließt es zunächst in die Lunge, wo die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wieder mit frischem Sauerstoff beladen werden. Erst dann gelangt es ins Herz, wo es durch den Herzmuskel erneut in die Arterien der Blutbahn gedrückt wird.

In der Lunge verzweigen sich die großen Venen in Milliarden kleinster Kapilaren. Ein Embolus (so nennt man einen Thrombus in den Venen), der sich in eine großen Bein- oder Armvene gebildet und abgelöst hat, schwimmt also bis zur Lunge. Dort allerdings verstopft er zwangsläufig eine mehr oder weniger große Blutgefäß-Verzweigung, was dann zu einem großflächigen Ausfall ganzer Lungenareale führt. In der Folge kann das Blut nicht mehr mit frischem Sauerstoff beladen werden - und es kommt zu einer körperweiten Unterversorgung.

Lungenembolie
Lungenembolie:
1. Thrombose
2. Embolus fließt durch Hohlvene,
3. Verstopfung der Lungengefäße

Je größer der Thrombus, um so eher verstopft er das sich verzweigende System - und um so größer der Lungenausfall.

Eine Thrombose sollte daher so früh wie möglich erkannt und medizinisch behandelt werden. Zudem ist es sehr zu empfehlen, dem Prozess frühzeitig vorzubeugen.

Thrombose verbeugen

Aus den oben genannten Ursachen ergeben sich geeignete Maßnahmen, um einer Thrombose vorzubeugen. Diese Tipps minimieren aber nicht nur das Thrombose-Risiko, sie sind auch sonst zu empfehlen und verbessern in jeder Hinsicht die Lebensqualität.

Viel Bewegung! Moderne Menschen in der westlichen Konsumgesellschaft sind in aller Regel nicht gezwungen, sich viel zu bewegen. Gerade wer einen Büro-Arbeitsplatz hat, sitzt viel. Auch zuhause sitzen viele lange Zeit auf Sofa oder Sessel. Das ist schlecht.

Verschiedene Bewegungsvarianten stehen in der Regel zur Verfügung:

Risikofaktor Arteriosklerose

Thrombozyten spielen bei weitverbreiteten Risikoerkrankungen eine wesentliche Rolle. In der Blubahn lagern sich im Laufe des Lebens sog. Plaques ab. Diese Schicht aus Fetten (vor allem Cholesterin) und Proteinen bereitet den meisten Patienten lange Zeit keinerlei Probleme. Erst wenn der Durchmesser des Blutgefäßes weniger als 50 Prozent des ursprünglichen Wertes annimmt, wird es bedenklich. Man nennt diese Form der Blutgefäßverengung auch Atherosklerose / Arteriosklerose ("Arterienverkalkung").

Das Problem dabei ist: wenn so ein Plaque reisst, werden die Thrombozyten ebenfalls aktiv - obwohl ja genau genommen gar kein Blut abfließt. Da die entsprechende Arterie sowieso schon verengt ist, wird sie durch die schnelle Thromboyztenaggregation sehr schnell noch viel enger, bis hin zum vollständigen Verschluss. Mehr zum Thema Arteriosklerose

Thrombose: Entstehung eines Thrombus (Blutgerinnsels)
Thrombose: Entstehung eines Thrombus (Blutgerinnsels)

Ressourcen / Quellen