UVB: ultraviolette Blutbestrahlung

Triglyceride

Die Bestrahlung von Blut mit UV-Strahlung, kurz: ultraviolette Blutbestrahlung (UVB), ist eine Methode der Alternativmedizin. Dabei wird Blut entnommen, für ca. 10 Minuten UV-C Bestrahlung ausgesetzt und anschließend wieder in den Körper zurückgegeben. Die Behandlungsmethode soll sich bei vielerlei Krankheiten positiv auswirken (siehe unten), ist aber zugleich wissenschaftlich umstritten. Laut der Kritiker lassen sich keinerlei Wirkzusammenhänge nachweisen, die die positiven Berichte behandelter Patienten erklären würden. Andererseits wurde das Thema UV-Blutbestrahlung auf die Liste der Blutdoping-Vergehen gesetzt und auch schon vom Gesundheitsausschuss des deutschen Bundestages behandelt. Die wissenschaftliche Erforschung dieser Methode steckt also noch in den Kinderschuhen.

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UV-C Strahlung - nicht zu verwechseln mit UVB (Abk. für "ultraviolette Blutbestrahlung")

UV-C Strahlung: kurzwellig und energiereich

UV-Strahlung ist Teil der elektromagnetsichen Strahlung der Sonne. Die Wellenlänge ist kürzer als das für Menschen sichtbare Lichtspektrum, weshalb UV-Strahlung für uns unsichtbar ist. Das menschliche Auge besitzt keine Sinneszellen (Photorezeptoren), die auf dieses kurzwellige Licht reagieren.

Aus diesem Grund gilt UV-Strahlung sogar als gefährlich: es kann in die Gewebe-Oberfläche eindringen und dort Veränderungen von Zellstrukturen hervorrufen. In der Folge kann es zu Funktionsstörungen kommen.

Die Behandlungsmethode "Ultraviolette Blutbestrahlung" (UVB) nutzt also UV-C Strahlung.

Wie wirkt die Ultraviolette Blutbestrahlung (UVB)?

Der "esoterische Ansatz" lautet, dass das Blut "mit Energie aufgeladen wird". Nur führt das in wissenschaftlichen Diskussionen natürlich kaum weiter ... Warum gibt es so viele positive Patientenberichte über die UV-Bestrahlung des Blutes? Handelt es sich nur um Placebo-Effekte?

Inwiefern UV-Strahlung auf das Blut einwirkt und welche Veränderungen dabei passieren, die das Wohlbefinden und die Gesundheit verbessern, ist wie gesagt umstritten. Exakte wissenschaftliche Forschungen oder Studien-Reihen gibt es (bislang) kaum. Da Blutzellen (Erythrozyten) keinen Zellkern besitzen, haben die oben genannten negativen Faktoren wohl kaum einen Einfluss (Veränderungen m Erbgut). Stattdessen ist denkbar, dass die energiereiche UV-C Strahlung entweder das Hämoglobin oder den darin gebundenen Sauerstoff anregt. Somit ließen sie das verbesserte allgemeine Wohlbefinden nach einer UVB erklären. Zudem könnten der Wirkungsgrad einiger Imunzellen (Leukozyten wie Lymphozyten, Granulozyten, Monozyten) verbessert werden, wodurch sich insbesondere die Verbesserungen bei chronischen Entzündungen durch Ultraviolette Blutbestrahlung erklären ließen.

Denkbar ist aber auch, dass einfach die Blutproduktion (Hämatopoese) angekurbelt wird, so dass mehr frische und funktionstaugliche Blutzellen gebildet werden. Das allerdings müsste sich verhältnismäßig einfach nachweisen lassen, zum Beispiel über eine regelmäßige Überprüfung des Retikulozyten-Wertes (jugendliche Erythrozyten).

Wie läuft die Behandlung ab?

In der Regel werden 50 Milliliter Blut entnommen, das sind rund 1-2 Prozent der Blutmenge eines erwachsenen Menschen. Die Gerinnung des Blutes wird durch Zugabe von Natriumcitrat gehemmt. Dieses Blut wird dann rund 10 Minuten lang mit VV-C Strahlung bestrahlt. Anschließend wird es über eine Vene zurück in den Körper re-injiziert. Bei manchen Therapien wird es zudem noch mit Sauerstoff aufgeladen.

Meist wird die Behandlung in Etappen (sog. Serie) vorgenommen. Dabei wird jeweils 6 - 10 Tage lang jeweils nach 2 Tagen eine solche Blutbestrahlung vorgenommen (sog. Sitzung). Anschließend wird ein bis zwei bis sechs Wochen pausiert. Eine komplette Therapie besteht jeweils auch 6 bis 8 solcher Serien. Insgesamt sind es also rund 20 bis 40 Sitzungen.

Was kostet eine UVB-Therapie?

Der Preis für eine Sitzung beträgt rund 40 Euro. Eine komplette Therapie kostet demnach rund 800 bis 1600 Euro (alle Preisangaben ohne Gewähr).

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Da die Methode und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten ist, übernehmen die meisten Krankenkassen diese Kosten nicht. Der deutsche Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen untersuchte das Verfahren und kam 2001 zu dem Fazit, dass „Nutzen, Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht belegt“ sind. Daher bezahlen die Kassen es nicht; auch die meisten Privatversicherer lehnen die Kostenübernahme ab.

Ob Ihre Krankenkasse die Kosten für eine solche UVB-Therapie übernehmen würde, hängt sicherlich auch von der Meinung Ihres behandelnden Arztes ab. Im Zweifelsfall müssten Sie das in Einzelgesprächen klären.

Welche Krankheiten lassen sich damit behandeln?

Die nachfolgende Aufstellung ist die Originaltabelle, die der Gemeinsame Bundesausschuss 2001 zusammengetragen hat:

Welches Risiko besteht bei UVB?

Das Risiko durch die Bestrahlung an sich ist minimal: da es sich nur um ein Prozent der Blumenge handelt, würden im Zweifelsfall beschädigte Blutzellen relativ schnell von der Leber oder der Milz herausgefiltert und abgebaut.

Das Hauptrisiko geht von der technischen Umgebung aus: so müssen alle verwendeten Materialien und Gefäße steril sein, damit es bei der Entnahme oder Rückführung des Blutes nicht zu Verkeimungen oder Entzündungen kommt.

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

Weiterführende Links

UV-Bestrahlung des Blutes
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