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RDW: "Red Cell Distribution Width" (Blutwert)

RDW Blutwert

RDW steht für "Red Cell Distribution Width", was übersetzt Erythrozytenverteilungsbreite (EVB) bedeutet. Es handelt sich dabei um einen Blutwert, der meist im Rahmen des kleinen Blutbildes erstellt wird. Der RDW-Wert lässt erkennen, ob die Größe der roten Blutkörperchen (Erythrozyen) weitgehend normal ist. Es wird also geprüft, ob genügend Erythrozyten eine normale Gestalt haben. Warum ist das wichtig? Die Erys sind normalerweise flach und linsenförmig mit einem Durchmesser von rund 7,5 µm (Mikrometer). Die Kapillare der äußeren Blutgefäße haben aber teilweise nur einen Durchmesser von rund 4-5 µm. Die Erys können sich dann etwas "zusammenrollen", damit sie hindurchpassen. Nur so ist die Versorgung mit Sauerstoff überall gewährleistet.

Erythrozyten größe
Erythrozyten Größe: ca. 7,5 Mikrometer Durchmesser, ca. 1-2 Mirkometer dick

Ein Teil der Erythrozyten ist allerdings nicht optimal ausgebildet - das ist vollkommen normal und passiert schon mal, wenn pro Sekunde ca. 2 Millionen neue Erythrozyten gebildet werden (siehe: Wie viele Blutzellen hat ein Mensch?) Normalerweise sind bei einem gesunden Menschen ca. 85 - 89 Prozent der Erys normal ausgebildet und damit voll funktionstauglich. Mit dem EVB-Wert wird ermittelt, wie viele Erys eine abweichende Form haben. Normalwerte liegen zwischen 11,5 und 14,5 Prozent. Der etwas komplizierte Name "Erythrozytenverteilungsbreite" erklärt sich durch eine Kurve, anhand deren man erkennen kann, wie "breit" die Anzahl der normalen roten Blutkörperchen ist.

RDW berechnen

Zur Berechnung der Erythrozytenverteilungsbreite sind zwei Messwerte erforderlich:

Der RDW in Prozent errechnet sich aus der Formel: Standardabweichung mal 100 geteilt durch den Mittelwert des Erythrozytenvolumens.

RDW Berechnung (Erythrozytenverteilungsbreite)
Berechnung der Erythrozytenverteilungsbreite (RDW)

Normalwerte

Normalerweise haben rund 25% aller Erys den mittleren Durchmesser von exakt 7,5 µm. Allerdings gelten auch noch solche mit einem Durchmesser zwischen 6 und 9 µm als Normal. Diesen Normalzustand weisen rund 85,5 - 88,5 Prozent aller Erys auf. Daraus folgt, dass ca. 11,5 bis 14,5% der Erythrozyten von der mittleren Durchschnittsgröße abweichen. Liegt der RDW-Wert dazwischen, entspricht das der Norm.

Aus der Messung mithilfe der Durchflusszytometrie ergibt sich eine Verteilung, die sich als glockenförmige Kurve beschreiben lässt. Diese wird nach dem englischen Pathologen Cecil Price-Jones als Price-Jones-Kurve benannt.

Price-Jones-Kurve, RDW
Price-Jones-Kurve, RDW: Erythrozytenverteilungsbreite

RDW-SD und RDW-CV

Bei RDW-SD und RDW-CV handelt es sich um Zusatzparameter, die im Rahmen der Erythrozyten-Blutanalyse ermittelt werden können.

Die Bestimmung der RDW-SD ist eine tatsächliche Messung der Breite der Erythrozytenverteilungskurve. Damit wird also ermittelt, wie stark der Größenunterschied zwischen den Erythrozyten ist. Je weiter die Kurve durch verschieden große Erythrozyten aufgespreizt ist, desto höher ist der RDW-SD-Wert. Der Wert wird als als Volumeneinheit gemessen, meist in Femtoliter pro Zelle. Der Referenzbereich geht von 36,4 bis 46,3 fl bei Frauen bzw. von 35,1 bis 43,9 fl bei Männern

Die RDW-CV ist die Umrechnung in einen prozentualen Anteil. Der Referenzbereich reicht von 11,6 bis 14,4 Prozent.

Der RDW lässt sich auch deshalb gut nutzen, weil Erythrozyten nach ihrer Ausreifung für ca. 120 Tage nahezu unverändert und voll funktionsfähig bleiben.

Price-Jones-Kurve, RDW
Lebensdauer der Erythrozyten: bis zu 120 Tage voll funktionsfähig

RDW-Wert zu hoch / Anisozytose

Wenn der RDW-Wert deutlich erhöht ist, zeigt dass, dass ein überdurchschnittlicher Anteil der Erythrozyten nicht normal ausgebildet ist. Die ungleiche Größenverteilung der Erythrozyten wird auch als Anisozytose bezeichnet. Dabei handelt es sich um die häufigste Erythrozytenanomalie. Die Ursache liegt meistens in einer Störung bei der Produktion der roten Blutkörperchen (Erythropoese), nicht selten handelt es sich dabei um eine Eisenmangelanämie. Die (oben gezeigte) Price-Jones-Kurve ist dann unten deutlich verbreitert.

Häufig fällt ein erhöhter RDW-Wert mit einem unregelmäßigen Hämoglobin-Wert zusammen, die Ursache ist meist eine Anämie (Blutarmut), zum Beispiel:

Daneben kann eine deutliche Überschreitung des Referenzbereiches auch auf eine Osteomyelofibrose hindeuten. Ein erhöhter Befund wird jedoch in der Regel nicht isoliert betrachtet, sondern dient im Zusammenhang mit anderen Laborwerten zur Differentialdiagnose.

RDW zu niedrig

Werte unterhalb des Referenzbereiches besitzen hingegen keine klinische Relevanz. Im Allgemeinen wird der RDW im klinischen Alltag kein großer Stellenwert beigemessen.

Ressourcen / Weiterlesen

RDW Blutwert
RDW Blutwert

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