Quick-Wert - Laborwert einfach erklärt

Quick-Wert einfach erklärt

Der Quick-Wert ist ein Blutwert, der die Menge der aktiven Blutgerinnungsfaktoren im Blutplasma anzeigt. Da die Messung des Quick-Wertes von Vorgaben des Labors abhängt, sind Werte aus verschiedenen Laboren schwer vergleichbar. Aus diesem Grund wurde eine international anerkannte Alternative eingeführt, der sog. INR-Wert (International Normalized Ratio). Allerdings wird heute nach wie vor in vielen Laborbefunden der Quick-Wert angegeben.

Da die Gerinnungsfaktoren in der Leber hergestellt (synthetisiert) werden, wird der Quick-Wert zum einen als Leberwert herangezogen, um die Funktionsfähigkeit der Leber zu überprüfen. Darüber hinaus ist er vor allem wichtig, um die therapeutische Blutverdünnung (z.B. mit Medikamenten-Wirkstoff Cumarin) zu überwachen.

Warum heißt der "Quick"-Wert so?

Das englische "quick" bedeutet "schnell", aber der Name des Quick-Wertes stammt von seinem Erfinder, dem amerikanischen Arzt Armand James Quick. Er wollte klären, wie viele Gerinnungsfaktoren in einer Blutprobe aktiv sind. Er mischte das Blutplasma von vielen gesunden Probanten und erstellt daraus ein "Norm-Plasma".

Dieses Norm-Plasma wird dann in verschiedenen Stufen verdünnt. Jede Stufe hat eine andere Thromboplastinzeit (Zeit, in der das Blut gerinnt, siehe folgender Abschnitt).

Quick Wert, TPZ
Quick Wert und Thromboplastinzeit (TPZ)

Das bedeutet (in diesem Beispiel):

(50% Quick bedeuten also nicht (!) doppelt so lange Zeit.)

Was ist die Thromboplastinzeit (TPZ)?

Die Blutgerinnung ist ein sehr komplexer Prozess, bei der zahlreiche Substanzen und Faktoren eine wichtige Rolle spielen, z.B. Calcium.

Einer Blutprobe wird daher zunächst Citrat hinzugefügt, um Calcium zu binden (sog. Citratblut). Dadurch wird verhindert, dass die Blutgerinnung sofort startet. Das Blut wird nun zentrifugiert, um die Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) herauszufiltern.

Blutplasma, Citratblut
Blutplasma, Citratblut

Anschließend wird dem Blutplasma (mit den Gerinnungsfaktoren) bei 37° Celsius wieder Calcium hinzugefügt. Die extrinsische (exogene) Blutgerinnung wird damit aktiviert. Die Probe in einem kleinen Becher enthält eine kleine Metallkugel. Da der Becher schräg steht und gleichzeitig rotiert, bewegt sich die Kugel in der zunächst flüssigen Probe stets so, dass sie am tiefsten Punkt liegt.

Thromboplastinzeit (TPZ)
Thromboplastinzeit (TPZ)

Durch das hinzugefügte Calcium beginnt die Blutprobe zu gerinnen. Es bilden sich immer mehr feine Fibrinfäden - bis die Flüssigkeit irgendwann so dickflüssig wird, dass sich die Kugel nicht mehr durch die Flüssigkeit bewegt, sondern hängen bleibt und mit rotiert. Genau dieser Moment wird per Lichtschranke erfasst. Die Zeit, die vom Zeitpunkt der Calcium-Zugabe bis zum Mitdrehen der Kugel verstrichen ist, nennt man Thromboplastinzeit (TPZ). Das dauert normalerweise etwa 12 bis 16 Sekunden, je nachdem, wie das Labor genau misst.

Was zeigt der Quick-Test an? Warum eine Prozentangabe?

Der Quickwert zeigt nun jedoch nicht diese Zeit an, sondern einen Prozentwert. Denn die Zeit ist abhängig von der Menge der Gerinnungsfaktoren im Blut. Je mehr davon im Blutplasma schwimmen, um so schneller die Thromboplastinzeit.

Die Thromboplastinzeit eines Patienten wird mit den Zeiten der Verdünnungen des oben beschriebenen Norm-Plasmas verglichen.

Quick-Wert Bedeutung
Quick-Wert Bedeutung

Das bedeutet:

Unterschied zum INR Wert

Der Quick-Wert wird nach wie vor häufig angegeben, obwohl eigentlich inzwischen die Alternative INR (International Normalized Ratio) benutzt werden sollte. Der Wert besagt im Prinzip das gleiche. Lediglich die Messmethode basiert nicht auf laborinternen Vergleichswerten, sondern auf standardisierten Normwerten, die normalerweise jedem Labor vorliegen. Aus diesen Werten kann das Labor dann eine Umrechnungstabelle erstellen - die aber eben leider nicht verallgemeinerbar ist.

In den meisten Laborbefunden ist daher neben dem Quick auch der INR-Wert angegeben. Die INR-Werte sind umgekehrt proportional zu den Quick-Werten:

Quick-Normalwerte (Tabelle)

Die folgende Tabelle zeigt die Quick und INR-Normalwerte an. Da eine Behandlung mit Cumarinen häufig vorkommt (um das Risiko eines Blutgerinnsels, Thrombus) zu verringern), wird auch für diesen Fall ein Referenzbereich angegeben:

Laborwert Frauen Männer
Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%
INR 0,85 - 1,15 0,85 - 1,15
bei einer Behandlung mit Cumarinen (z.B. Marcumar):
Quick-Wert 15 - 36% 15 - 26%
INR 2 - 3,5 2 - 3,5

Unterschied extrinsisch (exogen) und intrinsisch (endogen)

Bei der Messung des Quick-Wertes muss man beachten, dass es sich um die Messung der Blutgerinnung eines extrinsischen (exogenen) Systems handelt, also entnommenes Blut, das unter Laborbedingungen behandelt und untersucht wird. Dieser Wert erlaubt noch keine Aussagen darüber, wie gut die Blutgerinnung tatsächlich innerhalb des Körpers, in den Blutgefäßen, funktioniert.

Diese Unterscheidung ist wichtig, um die Aussagekraft des Quick-Wertes besser zu verstehen. So haben zum Beispiel Menschen mit der Bluterkrankheit (Hämophilie) einen normalen Quick-Wert, obwohl ihre Blutgerinnung in Wirklichkeit nicht funktioniert. Um Aussagen über das intrinsische System der Blutgerinnung zu bekommen, sind andere Blutwerte hilfreich, z.B. :

Weitere Leberwerte / Laborwerte

Welche Blutwerte gehören zu den Leberwerten bzw. welche erlauben Rückschlüsse über die Leber? Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Erwachsene (*Hinweis: die Werte bei Kindern/Jugendlichen und Schwangeren können abweichen). Die Einheit "U/l" steht für "Units pro Liter (Blut); "kU/l" steht für "Kilo-Units pro Liter (Blut); "mg/dl" bedeutet "Milligramm pro Deziliter (Blut)".

Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
Siehe auch
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l zu hoch
zu niedrig
GLDH Glutamat-dehydrogenase bis 7,0 U/l bis 5,0 U/l zu hoch
zu niedrig
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase bis 60 U/l bis 42 U/l zu hoch
zu niedrig
tBil Gesamt-Bilirubin bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l zu hoch
zu niedrig
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120% zu hoch
zu niedrig
Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l
GLDH Glutamat-dehydrogenase < 7,0 U/l < 5,0 U/l
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase < 60 U/l < 42 U/l
tBil Gesamt-Bilirubin < 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
< 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin < 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
< 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin < 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
< 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

Weiterführende Links

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