Quick-Wert erhöht / zu hoch

Quick-Wert erhöht / zu hoch

Ein Quick-Wert von mehr als 100% (z.B. 110%) bedeutet, dass im Blut relativ viele Gerinnungsfaktoren vorhanden sind. Die sog. Thromboplastinzeit liegt unter der normalen Zeit, dass heißt, das Blutplasma im Labor gerinnt schneller als im durchschnittlichen Mittel. Bis zu einem Wert von 120% gilt das gemeinhin als unproblematisch.

Bei Quick-Werten, die höher sind als 120%, sind folglich sehr viele Gerinnungsfaktoren im Blutplasma vorhanden. Dadurch steigt die Gefahr einer Thrombose (Zusammenklumpung von Thrombozyten), wenn quasi "aus Versehen" im Inneren der Blutbahn eine Verletzung auftritt. Diese Gefahr ist besonders bei Menschen mit Arteriosklerose (Verklalkung der Blutgefäße) gegeben.

Achtung! Der Referenzbereich hängt vom Labor ab und wird auf dem Laborbefund jeweils ausgewiesen. Aus diesem Grund wurde eine international anerkannte Alternative eingeführt, der sog. INR-Wert (International Normalized Ratio). Allerdings wird heute nach wie vor in vielen Laborbefunden der Quick-Wert angegeben.

In den meisten Laborbefunden ist daher neben dem Quick auch der INR-Wert angegeben. Die INR-Werte sind umgekehrt proportional zu den Quick-Werten:

Die sog. Thromboplastinzeit (Blutwert TPZ) zeigt an, wie lange das Blutplasma braucht, bis es gerinnt.

Quick Wert, Normplasma
Quick Wert, Normplasma

Durch den Vergleich mit verdünntem "Normplasma" wird daraus ein Prozentwert: Ein Quick-Wert von 80 bedeutet also, dass die Blutprobe zum Gerinnen so lange braucht wie eine 80%ige Normprobe (also mit 20% Wasser verdünnt). Ohne die Verdünnung würde die Normprobe schneller gerinnen - das heißt, dass Plasma des Patienten braucht länger als der Durchschnitt. Ein Quickwert von 80% bedeutet also, das Blut gerinnt relativ langsam.

Genau umgekehrt ist es bei Quick-Werten von über 100%. Hierbei gerinnt das Blut schneller als im Durchschnitt.

Da die Gerinnungsfaktoren in der Leber hergestellt (synthetisiert) werden, wird der Quick-Wert zum einen als Leberwert herangezogen, um die Funktionsfähigkeit der Leber zu überprüfen. Darüber hinaus ist er vor allem wichtig, um die therapeutische Blutverdünnung (z.B. mit Medikamenten-Wirkstoff Cumarin) zu überwachen.

Was ist die Thromboplastinzeit (TPZ)?

Die Blutgerinnung ist ein sehr komplexer Prozess, bei der zahlreiche Substanzen und Faktoren eine wichtige Rolle spielen, z.B. Calcium. Einer Blutprobe wird daher zunächst Citrat hinzugefügt, um Calcium zu binden (sog. Citratblut). Dadurch wird verhindert, dass die Blutgerinnung sofort startet. Das Blut wird nun zentrifugiert, um die Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) herauszufiltern.

Quick Wert, Normplasma
Quick Wert, Normplasma

Anschließend wird dem Blutplasma (mit den Gerinnungsfaktoren) bei 37° Celsius wieder Calcium hinzugefügt. Die extrinsische (exogene) Blutgerinnung wird damit aktiviert. Die Probe in einem kleinen Becher enthält eine kleine Metallkugel. Da der Becher schräg steht und gleichzeitig rotiert, bewegt sich die Kugel in der zunächst flüssigen Probe stets so, dass sie am tiefsten Punkt liegt.

Quick Wert, Normplasma
Quick Wert, Normplasma

Durch das hinzugefügte Calcium beginnt die Blutprobe zu gerinnen. Es bilden sich immer mehr feine Fibrinfäden - bis die Flüssigkeit irgendwann so dickflüssig wird, dass sich die Kugel nicht mehr durch die Flüssigkeit bewegt, sondern hängen bleibt und mit rotiert. Genau dieser Moment wird per Lichtschranke erfasst. Die Zeit, die vom Zeitpunkt der Calcium-Zugabe bis zum Mitdrehen der Kugel verstrichen ist, nennt man Thromboplastinzeit (TPZ). Das dauert normalerweise etwa 12 bis 16 Sekunden, je nachdem, wie das Labor genau misst.

Quick-Normalwerte (Tabelle)

Die folgende Tabelle zeigt die Quick und INR-Normalwerte an. Da eine Behandlung mit Cumarinen häufig vorkommt (um das Risiko eines Blutgerinnsels (Thrombus) zu verringern), wird auch für diesen Fall ein Referenzbereich angegeben:

Laborwert Frauen Männer
Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%
INR 0,85 - 1,15 0,85 - 1,15
bei einer Behandlung mit Cumarinen (z.B. Marcumar):
Quick-Wert 15 - 36% 15 - 26%
INR 2 - 3,5 2 - 3,5

Weitere Leberwerte / Laborwerte

Welche Blutwerte gehören zu den Leberwerten bzw. welche erlauben Rückschlüsse über die Leber? Die folgende Tabelle zeigt die Normalwerte für Erwachsene (*Hinweis: die Werte bei Kindern/Jugendlichen und Schwangeren können abweichen). Die Einheit "U/l" steht für "Units pro Liter (Blut); "kU/l" steht für "Kilo-Units pro Liter (Blut); "mg/dl" bedeutet "Milligramm pro Deziliter (Blut)".

Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
Siehe auch
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l zu hoch
zu niedrig
GLDH Glutamat-dehydrogenase bis 7,0 U/l bis 5,0 U/l zu hoch
zu niedrig
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase bis 60 U/l bis 42 U/l zu hoch
zu niedrig
tBil Gesamt-Bilirubin bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l zu hoch
zu niedrig
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120% zu hoch
zu niedrig
Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l
GLDH Glutamat-dehydrogenase < 7,0 U/l < 5,0 U/l
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase < 60 U/l < 42 U/l
tBil Gesamt-Bilirubin < 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
< 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin < 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
< 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin < 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
< 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

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