Erythrozyten Normalwerte (Blutwert Ery)

Blutwert Erythrozyten (Ery)

Erythrozyten sind kleine, scheibenförmige Zellen und Haupt-Bestandteil des Blutes. Ihre Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die verschiedenen Körpergewebe sowie der Rücktransport von Kohlendioxid zurück in die Lunge.

Die Messeinheit für Erythrozyten ist µl (Mikroliter). Also: wie viele Erythrozyten sind in einem Mikroliter enthalten? Ein Mikroliter ist ein tausendstel Milliliter. Zum Vergleich: ein Milliliter enthält ca. 20 Tropfen Blut. Anders herum: ein Tropfen Blut enthält etwa 50 Mikroliter (µl) Blut.

Abk. Beschreibung Normalwerte
Ery Anzahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) Männer: 4,5 bis 5,9 Mio. pro µl
Frauen: 4,1 bis 5,2 Mio. pro µl

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Anämie (Blutarmut)
Blut: Erythrozyten in einem Blutgefäß
(von Martin Mißfeldt, CC-BY)

Funktion der Erythrozyten

Die Aufgabe / Funktion der Erythrozyten ist der Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den Zellen sowie den Abtransport von Kohlendioxid zurück in die Lunge. Aus dem Grund bestehen Erythrozyten zum größten Teil aus Hämoglobin: die darin enthaltenen Eisen-Ion kann Sauerstoff und Kohlendioxid binden.

Der Blutwert "Erys" zeigt also in erster Linie an, ob diese lebenswichtige Versorgung mit Sauerstoff gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang sind weitere Werte wichtig: die Hämoglobinkonzentration (Blutwert Hb), der Hämatoktit (Hkt; Verhältnis von Blutzellen zu Blutplasma). Zudem können weitere Werte von den Erythrozyten abgeleitet werden:

Übrigens: Wenn die Erythrozyten mit Sauerstoff beladen sind, sieht das Blut hellrot aus. Wenn es Kohlendioxd enthält, sieht es eher dunkelrot aus.

Erythrozyten zu hoch

Erythrozyten

Durch zu viele Erythrozyten (also zu wenig wässrigem Blutplasma) wird das Blut zähflüssiger und die Reibung in den Blutgefässen steigt. Das hat zur Folge, dass das Herz schwerer pumpen muss. Außerdem steigt das Risiko von Durchblutungsstörung, Thrombose, Schlaganfall, Infarkt. Wenn das Blut zu viele Erythrozyten enthält, deutet das auf eine Überproduktion hin. Diese nennt man Polyglobulie. (Poly=viele; Globuli=Kügelchen). Wenn allerdings aufgrund eines starken Flüssigkeitsverlustes nur das Blutplasma verringert ist, und die Erythrozyten nur im Verhältnis zu hoch sind, spricht man von einer Pseudopolyglobulie. Weiterlesen: Erythrozyten zu hoch

Erythrozyten zu niedrig

Erythrozyten

Aufgrund der verringerten Anzahl an Erythrozyten ist auch weniger Hämoglobin im Blut (das ist das Protein, dass den Sauerstoff bindet). Das Blut kann also - im Vergleich zu einem gesunden Menschen - weniger Sauerstoff in die Körperzellen transportieren. Dieses Krankheitsbild nennt man Anämie (Blutarmut). Anders gesagt: zu wenig Erythrozyten deuten auf eine Anämie hin. Weiterlesen: Erythrozyten zu niedrig

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

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