Erythrozytose (Sekundäre Polyglobulie)

Wenn die Überproduktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) aufgrund eines Mangels an Sauerstoff ausgelöst wird, spricht man von sekundärer Polyglobulie (med. Erythrozytose). Verantwortlich ist die Niere, die bei Sauerstoffmangel vermehrt das Hormon Erythropoetin (Epo) ins Blut abgibt. Epo regt das rote Knochenmark an, neue Erythrozyten zu produzieren. Um die Ursache einer Polyglobulie zu finden, muss man also versuchen, den Grund des Sauerstoffmangels zu diagnostizieren. Häufig sind das Erkrankungen an der Lunge, häufigste Ursache: Rauchen.

Sekundäre Polyglobulie
Sekundäre Polyglobulie (Erythrozytose): Sauerstoffmangel als Ursache, häufig bei Rauchern.
Die Niere schüttet vermehrt Epo aus, wodurch die Blutbildung angeregt wird.

Ursachen einer Erythrozytose

Bei einer sekundären Polyglobulie gilt es, den Grund für den Sauerstoofmangel zu finden. Häufige Ursachen sind:

Symptome einer Erythrozytose

Durch zu viele Erytrozyten im Blut wird das Blut dicker (erhöhte Viskosität). Durch das zähflüssige Blut kommt es zu einer verstärkten Reibung an den Blutgefäßen. Das hat zur Folge, dass das Herz verstärkt pumpen muss (anstrengend!).

Die für den Patienten spürbaren Symptone können sein:

Blutwerte bei einer Erythrozytose

Folgende Blutwerte deuten auf eine Erythrozytose (sekundäre Polyglobulie) hin - auch wenn aus den Werte nicht ersichtlich wird, um welche Polyglobulie-Art es sich handelt:

Was ist eine Polyglobulie?

Bei einer Polyglobulie ist die Hämoglobinkonzentration im Blut aufgrund erhöhter Blutbildung zu hoch. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestehen zu 90% aus Hämoglobin. Ihre Aufgabe ist folglich der Sauerstofftransport aus der Lunge in die Zellen - sowie der Rücktransport des Kohlendioxids. Wenn sich aufgrund einer erhöhten Produktion (Erythropoese) zu viele Erythrozyten im Blut befinden und damit die Hämoglobinkonzentration zu hoch ist, spricht man von einer Polyglobulie.

Polyglobulie
Polyglobulie: durch Zunahme der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist die Hämoglobinkonzentration erhöht. Folge: das Blut wird dicker, zähflüssiger. Das ist schlecht für die Blutgefäße und das Herz, das um so stärker pumpen muss.

Aufgrund der erhöhten Anzahl an Blutzellen wird das Blut zähflüssiger (dicker = erhöhter Hämatokrit). Das belastet den reibungslosen Fluss in den Blutgefäßen. In der Folge muss das Herz schneller und stärker pumpen. Dadurch steigt das Risiko einer Thrombose, bei dem die Blutgefäße durch Blutgerinsel verstopfen. Solche Durchblutungsstörungen können einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zur Folge haben.

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

Siehe auch

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