Viren - Was ist ein Virus?

Viren - Gefahr?

Viren sind organische Strukturen (keine Lebewesen!), die Organismen (Lebewesen) befallen und nutzen, um sich zu vermehren. Solange sie nicht in einer Wirtszelle angekommen sind, spricht man von Virionen (extrazellulär). Erst, wenn sie sich in einem Wirt befinden (in einer Zelle eines lebenden Organismus), spricht man von einem "Virus".

Virus

Viren verbreiten sich durch "Übertragung". Das kann durch die Luft, in Flüssigkeiten oder Feststoffe geschehen. Im Prinzip können sich die winzigen Virionen überall befinden. Wenn Viren (oder Bakterien oder Pilze) einen Organismus befallen, spricht man von einer Infektion.

Die Wissenschaft, die sich mit Viren und Virusinfektionen beschäftigt, ist die Virologie.

Der Begriff "Virus" leitet sich vom lateinischen "virus" ab, was "Gift" oder „(salziger) Schleim“ bedeutet. Das lateinische "vir" bedeutet dagegen "Mann". Die Verbreitung eines Virus nennt man auch "viral" (Adjektiv).

Aufbau und Struktur eines Virus

Ein Virus ist keine "Zelle", im Sinne einer funktionellen Stoffwechsel-Einheit. Es handelt sich stattdessen um eine organische, kapselartigen Proteinstrukur, in deren Inneren sich Cytoplasma mit RNA-Sequenzen (manchmal DNA, Doppelstränge) befindet. Die RNA (DNA) dient als Bauplan für die Replikation des Virus in der Wirtszelle.

Virus Aufbau
Virus Aufbau: Cytoplasma mit RNA, umgeben von Proteinhülle

Wie groß bzw. klein sind Viren?

Viren haben in der Regel eine Größe von rund 40 - 80 Nanometer (nm). Einige Arten sind kleiner (ca. 15-20 nm), einige größer (bis zu 400 nm). 50 Nanometer entspricht 0,05 Mikrometer bzw. 0,00005 Millimeter. Anders herum: Rund 20.000 Viren - in einer geraden Ketten hintereinander gelegt, würden einen Millimeter ergeben. In einen Quadrat-Millimeter würden demnach 20.000 x 20.000 Viren passen, also 400 Millionen.

Viren sind also so winzig klein, dass sie leicht in andere Organismen und in deren Zellen eindringen können. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Replikation eines Virions (in der Zelle als Virus) vollzieht:

Virus Replikation
Virus Replikation: oben: Andocken und Eindringen;
im Zellinneren: Duplizieren von DNA, Aufbau neuer Viren-Kapsel;
unter: Austritt aus der Zelle

Sind Viren Lebewesen oder nicht?

Auch wenn Viren vom Aufbau her keine Lebewesen sind, so besitzen sie doch (als Gesamtheit) typische Merkmale von "Leben". Sie bewegen sich (bzw. werden bewegt), sie nutzen den Stoffwechsel von Wirtszellen und sie können sich (indirekt) vermehren.

In gewisser Weise sind sie so ähnlich wie (Blüten)-Pollen, die vom Wind oder durch Bestäbung auf andere Planzen übertragen werden.

Unterschied zu Bakterien

Ein andere Gruppe von Erregern nennt man Bakterien. Auch sie befallen den Körper und können Krankheiten auslösen. Bakterien sind allerdings echte Lebewesen (Einzeller), sie können selber Stoffwechsel betreiben und sich vermehren. Einige Bakterienarten können sich mit einer sog. Geißel (Flagellum) selber fortbewegen. Die folgende Grafik veranschaulicht die wesentlichen Unterschiede zwischen Viren und Bakterien:

Bakterienzelle und Virion (Virus) - Unterschiede
Bakterienzelle und Virion (Virus) - Unterschiede

Wie viele Virus-Arten gibt es?

Das Viren so klein sind, dass man sie noch nicht einmal unter dem (Licht-)Mikroskop sehen kann, entdeckt man sie nicht mal eben im Vorübergehen. Selbst wenn man ein Virus unter einem Elektronenmikroskop entdecken würde, wüßte man noch lange nicht, um welche Art es sich handelt. Man entdeckt Viren daher nur durch die exakte Untersuchung von Krankheiten. Aus dem Grund sind die meisten Viren, die heute bekannt sind, solche, die den Menschen als Wirt befallen.

Bislang sind rund 3.000 Viren-Arten bekannt. Theoretische gibt es aber potentiell für jedes Lebewesen dieses Planeten (bislang ca. 1,8 Mio. bekannt) mehrere Viren-Arten - hochgerechnet wären das viele Millionen verschiedener Viren-Arten.

Viren-Arten und Krankheiten
Viren-Arten und Krankheiten

Einige Virus-Arten sind:

Wie gefährlich sind Viren?

Viren - Gefahr?

Wir sind ununterbrochen von Viren umgeben - und leben trotzdem noch. Natürlich sind einige Viren-Arten tatsächlich hochansteckend und können lebensgefährliche Erkrankungen auslösen. Dennoch gibt es keinen Grund, in Panik zu verfallen. Das körpereigene Immunsystem lebt seit Jahrmillionen mit der Bekämpfung von Viren.

Wie bekämpft der Körper Viren?

Ziel des Erregers ist es, in den Organismus einzudringen und sich dort zu vermehren. Da der Körper vielerlei Erregern ausgesetzt ist, verfügt er über ein breites, fein abgestimmtes Abwehrsystem (Immunsystem), um die Eindringlinge zu bekämpfen und außer Gefecht zu setzen. Dazu gehören vor allem die verscheidene Arten der Leukozyten, die einen Großteil der Immunzellen ausmachen. Siehe dazu:

Leukozyten-Arten
Leukozyten-Arten - so wie sie nach Einfärbung unter dem Mikroskop erscheinen

Allerdings sind nicht alle Erreger von vornherein "schädlich". Vor allem im Darm siiedeln zahlreiche Bakterien, ohne die eine richtige Verdauung nicht möglich wäre. Der Körper bildet mit diesen Mikroorganismen also eine Symbiose - er wird sie desahlb nicht durch das Immunsystem abwehren und zerstören. Letztlich gibt es für viele Mikroorganismen ein wohldosierte Gleichgewicht.

Kann man Viren mit Medikamenten bekämpfen?

Nein. Viren sind "organische Substanzen". Man kann sie (noch) nicht gezielt mit Wirkstoffen bekämpfen. Bislang besteht der therapeutische Weg darin, die Ausbreitung (Vermehrung) von Viren zu bremsen oder zu stoppen (sog. Virostatikum). Dafür werden Enzyme blockiert, die für die Vermehrung der DNA-Sequenzen erforderlich sind.

Impfung

Bei einer Impfung wird der Körper auf ein Virus vorbereitet und trainiert, damit er frühzeitig ausreichend Abwehrkräfte bilden kann.

Fieber bei Grippe

Fieber - Was tun?
Fieber - Was tun?

Fieber ist einer der häufigsten Gründe für den Arztbesuch. Besonders in den Wintermonaten breiten sich die Grippeviren aus, die von den meisten Menschen mit entsprechendem Fieber bekämpft werden. Gerade Grippeviren sind sehr hartnäckig und sie vermehren sich rapide schnell im Körper, so dass es entsprechend aufwändig ist, die Leukozyten-Produktion hochzufahren, damit mehr Abwehrzellen da sind als Angreifer. (sieh dazu: Leukozytose; Blutwert Leukozyten erhöht). In dieser Phase reagiert der Organismus fiebrig - und es ist oft das Beste und Einfachste, das zu ertragen.

Fieber - Tabelle
Fieber - Tabelle

Ältere Menschen können oft nicht mehr angemessen mit Fieber reagieren, daher ist die Grippe-Gefahr für sie am größten. Aus diesem Grund wird älteren Menschen oft empfohlen, sich impfen zu lassen. Mehr zum Thema Fieber.

Viren - Gefahr?
Viren - Wie gefährlich sind sie?

Computer-Virus

Aufgrund der oben dargestellten Eigenschaften wurde der Begriff "Virus" auch für besimmte Code-Fragmente übernommen, die sich in digitalen Medien eigenständig verbreiten.

Ein Computer-Virus:

Häufig werden Computer-Viren benutzt, um noch weitere Schadsoftware (Maleware) auf dem System nachzuladen und zu installieren.

Ressourcen / Weiterlesen

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