Makrozytäre Anämie

Eine makrozytäre Anämie wird auch als megaloblastäre Anämie bezeichnet. Hierbei ist die Produktion der Blutzellen, vor allem der Erythrozyten (sog. Erythropoese) eingeschränkt. Ursache ist allerdings nicht ein Eisenmangel (das würde zu einer mikrozytären Anämie führen). Stattdessen fehlen andere Bausteine (Vitamin B12 / Folsäure), die für die Produktion neuer Blutzellen erforderlich sind. Als Folge können nicht mehr ausreichend rote Blutkörperchen (Erythrozyten) gebildet werden. Ihre Anzahl im Blut sinkt. Die auf den Transport von Sauerstoff  spezialisierten Erythrozyten sind für die Sauerstoff-Versorgung der Zellen wichtig (Energie). Der Erythrozyten-Mangel führt zu einer Sauerstoff-Unterversorgung, was als erste Symptome Schlaffheit, leichte Ermüdung und Kopfschmerzen zur Folge hat.

Ein wichtiger Hinweis auf eine makrozytäre Anämie ist ein erhöhter MCV-Wert im kleinen Blutbild. MCV steht für "mittleres Erythrozytenvolumen". Ein erhöhter Wert zeigt an, dass die Erythrozyten zu groß sind.

Makrozytäre Anämie
Makrozytäre Anämie: weniger Erythrozyten, aber dafür größer, weil vollgepackt mit Hämoglobin

Da zwar weniger Erythrozyten gebildet werden, aber gleichtzeitig die Hämoglobin-Produktion funktioniert, versucht der Körper, die wenigen Zellen mit Hämoglobin (roter Blutfarbstoff, der Sauerstoff binden kann) voll zu packen. Die Erythrozyten sind also teilweise erheblich größer als normalerweise.

Bei der makrozytären Anämie wirkt das Blut aufgrund des hohen Eisenanteils in den Erys kräftiger bzw. leuchtender rot als gewöhnlich (hyperchrom; hyper=vermehrt). Der Hämoglobin-Anteil pro Erythrozyt lässt sich an der Menge von Hämoglobin pro Zelle ablesen (Blutwert "MCH": Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin).

In der folgenden Grafik werden die Unterschiede zwischen MCH, MCV und MCHC deutlich:

Erythrozytenindizes: Unterschiede zwischen MCV, MCH und MCHC
Erythrozytenindizes: Unterschiede zwischen MCV, MCH und MCHC

Typischerweise wird daher diese Anämie als „makrozytäre, hyperchrome Anämie“ beschrieben.

Ursachen einer makrozytären Anämie

Ursache ist meist Vitamin-B12-Mangel (Cobalamin), seltener ein Mangel von Thiamin oder Folsäure. Dieser Mangel führt dazu, dass die roten Blutkörperchen sich nicht vollständig entwickeln können - sie bleiben in einer (größeren) Vorstufe hängen.

Der Vitamin-B12-Mangel kann vielfältige Ursachen haben:

Auch ein Folsäure-Mangel kann verschiedene Ursachen haben:

Symptome einer Anämie

Die typischen Symptome einer makrozytären Anämie ähneln denen anderer Anämie-Formen. Die mangelnde "Energieversorgung" der Zellen durch die verminderte Sauerstoff-Versorgung, führen meist zu folgenden Anzeichen:

Da der Bausteine-Mangel alle Blutzellen betrifft, sind nicht nur die Erythrozyten betroffen. Auch Leukozyten können nicht mehr in ausreichender Menge nachgebildet werden. Das zeigt sich in einer sog. Rechtsverschiebung im Differentialblutbild.

Autoren

Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist Experte für die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten. Er "übersetzt" seit über 20 Jahren komplexe Zusammenhänge in die einfache Sprache der breiten Masse. Sein Studium der bildenden Kunst (Universität der Künste Berlin) ermöglicht es ihm, komplizierte Inhalte auch als Grafiken zu veranschaulichen. Mehr siehe Impressum.

Martin Mißfeldt

Dr. med Sönke Mißfeldt übernimmt die fachliche Prüfung der Inhalte dieser Website. Er ist seit über 40 Jahren praktizierender Internist. Von 1976 bis 2018 war er Hausarzt in seiner Praxis in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt er die Fragen und Sorgen, die Patienten beschäftigen.

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