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Thrombozyten zu niedrig (Blutwert Thrombo vermindert)

Thrombozyten zu niedrig (Blutwert Thrombo vermindert)

Wenn zu wenig Thrombozyten im Blut vorhanden sind, spricht man von einer Thrombozytopenie. Die Aufgabe der Thrombozyten ist die Blutgerinnung bzw. Blutstillung bei Verletzungen der Blutgefäße (Blutbahn). Wenn die Anzahl der Thrombozyten zu gering ist, kann es zu spontanen Blutungen im Körper oder auf der Haut kommen. Auch plötzliches, scheinbar grundloses Nasenbluten kann darauf zurückzuführen sein.

Bei einem einmaligen Befund muss man sich bei einer zu geringen Thrombozyten-Zahl noch keine Sorgen machen - meist reguliert sich die Anzahl der Thrombozyten von allein wieder. Auf jeden Fall sollte jedoch nach einiger Zeit ein erneute Blutuntersuchung stattfinden. Wenn der Thrombo-Wert dann immer noch zu niedrig ist, gilt es, die Ursache zu finden. Natürlich Ursachen sind: Infektionen, Hormonschwankungen oder eine Schwangerschaft.

Die Thrombozyten-Normalwerte bewegen sich in einer Spanne zwischen 150.000 - 380.000 pro µl (Mikroliter) Blut. Man unterscheidet dabei nicht zwischen Männern und Frauen.

Abk. Beschreibung Normalwerte
Thrombo Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) Männer & Frauen: 150.000 - 380.000 pro µl

Bitte beachten Sie, dass die Normalwerte in Ihrem Laborbefund abweichend sein können. Entscheidend ist immer der Referenzwert des Labors.

Ursachen einer Thromozytopenie

Wenn die Thrombozyten-Anzahl dauerhaft zu gering ist, kommen verschiedene Ursachen in Frage. Zum einen kann es sein, dass zu viele Blutplättchen zu schnell wieder abgebaut werden. In dem Fall wird der Arzt oder die Ärztin die Milz näher untersuchen. Die Milz funktioniert u.a. wie ein Blutfilter. Bei einer Milzvergrößerung (Splenomegalie) werden häufig zu viele Thrombozyten herausgefiltert.

Zum anderen kann es aber auch sein, dass zu wenig neue Thrombozyten neu gebildet werden. Thrombozyten entstehen im Knochenmark durch Abschnürung aus sog. Megakaryozyten (mit die größten Zellen im menschlichen Organismus).

Zudem könnte eine Immunthrombozytopenie (Morbus Werlhof, auch: ITP (idiopathische thrombopenische Purpura)) vorliegen. In dem Fall wird sowohl der Thrombozyten-Abbau in der Milz erhöht als auch die Neubildung der Thrombozyten im Knochenmark gebremst. Beides führt zu einer Verringerung der durchschnittlichen Thrombozytenlebensdauer, was trotz gleichbleibenden Produktionsrate zu einer insgesamt geringen Thrombozytenkonzentration führt.

Einige weitere seltene Erkrankungen, die mit einem Mangel an Thrombozyten einhergehen, sind:

Verschiedene Medikamente können auf die Thrombozytenzahl einwirken.

Entstehung der Thrombozyten: Thrombopoese

Die folgende Grafik zeigt die Entstehung der Blutplättchen (Thrombozyten), der Vorgang wird als Thrombopoese bezeichnet.

Thrombopoese - Bildung der Thrombozyten
Thrombopoese - Bildung der Thrombozyten

Funktion der Thrombozyten

Thrombozyten (aktiviert)
Thrombozyten (aktiviert)

Die Unversehrtheit der Blutbahnen ist von entscheidender Bedeutung. Denn sonst würde das Blut irgendwo "abfließen" und könnte nicht mehr die Zellen mit Sauerstoff versorgen. Wenn irgendwo im Körper ein Blutgefäß verletzt wird, lagern sich Thrombozyten an das umliegende Gewebe an und bilden "Klumpen", das heißt durch den Zusammenschluss von sehr vielen Thrombozyten wird die verletzte Stelle schnell geschlossen. So hat das Gewebe Zeit, sich zu regenerieren.

Die Thrombozyten sind also so eine Art "schnelle Eingreiftruppe für den Notfall", die verletztes Blutgewebe schnell abdichtet, damit so wenig Blut wie möglich verloren geht. Ihre Aufgabe ist nicht die Versorgung anderer Zellen oder Organe, sondern das Absichern der Blutbahn an sich.

Blutgerinnung / Thrombozytenaggregation

Der Vorgang der Blutgerinnung läuft grob vereinfacht so ab: im Falle einer Verletzung der Blutgefäße lagern sich die ersten Thrombozyten an dem verletzten Gewebe an. Sie entfalten ihre Tentakel und nehmen dadurch deutlich an Größe zu. Durch das Enzym Thrombin wird das Protein Fibrin freigesetzt. Fibrin ist so eine Art "Zellklebstoff".

Weitere vorbeifließende Thrombozyten entfalten ihre Tentakel, die sich an den bestehenden Klumpen anhaften. Dieser Prozess verstärkt sich kaskadenartig, weil das vorbeifließende Blut immer neue Thrombozyten enthält, die wiederum aktiviert werden und Thrombin und Fibrin freisetzen. So entsteht in kurzer Zeit (meist innerhalb von 2-4 Minuten) ein feinmaschiges Netz aus zehntausenden Thrombozyten, durch das die anderen Bestandteile des Blutes nicht mehr hindurchpassen. Die Wunde ist geschlossen. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Thrombozytenaggregation (Aggregation = Zusammenlagerung).

Thrombozytenaggregation - blutgerinnung
Thrombozytenaggregation - Blutgerinnung

 

Thrombozyten zu niedrig (Blutwert Thrombo vermindert)
Thrombozyten zu niedrig (Blutwert Thrombo vermindert)