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NAFLD - Nichtalkoholische Fettleber

Eine nichtalkoholische Fettleber (NAFLD = Non-alcoholic fatty liver disease) ist eine Erkrankung der Leber. Sie wird häufig gar nicht erkannt, weil eine (geringfügige) Verfettung der Leberzellen meist keine Symptome hat - oder wenn, dann nur sehr unspezifische wie Müdigkeit, Völlegefühl oder zeitweise Übelkeit. Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 20-30% der Bevölkerung betroffen, bei Menschen mit Übergewicht sind es vermutlich über 80%.

Durch ausgewogene und bewusste Ernährung sowie viel Bewegung kann das Fett in der Leber wieder abgebaut werden. Kaum ein Organ im menschlichen Körper ist so regenerationsfreudig wie die Leber.

Ursache einer NAFLD

Ursache ist - wie der Name schon sagt - nicht zu viel Alkoholkonsum, sondern in der Regel eine "Überernährung". Die NAFLD ist daher eine typische "Wohlstandserkrankung".

Dabei sollte man jedoch beachten, dass es keinesfalls nur zu fettreiche Nahrung ist, die die Verfettung der Leberzellen auslöst. Stattdessen sind es vor allem Zucker sowie gesättigte Fettsäuren, die in der Leber in Triglyceride (Fette) umgewandelt werden. Die Triglyceride werden dann entweder in sog. Lipoproteinen in andere Gewebe transportiert, oder direkt als Fettvakuolen in den Leberzellen (Hepatozyten) eingelagert.

Es kommen jedoch noch eine Reihe weiterer Ursachen in Betracht:

Nichtalkoholische Fettleberentzündung (NASH)

Bei einer Fettleber besteht jedoch ein erhöhtes Risiko einer Entzündung, in diesem Fall eine nichtalkoholische Fettleberentzündung (NASH = Nichtalkoholische Steatohepatitis). Diese lässt sich - je nach Grad der Verfettung - in vier Stufen einteilen:

  1. NASH Grad 0: Fetteinlagerung ohne Entzündung (= NAFLD)
  2. NASH Grad 1: Fetteinlagerung mit leichter Entzündung
  3. NASH Grad 2: Fetteinlagerung mit mittlerer Entzündung
  4. NASH Grad 3: Fetteinlagerung mit starker Entzündung.

Eine Fettleberentzündung ist meist nicht nur schmerzhaft, sondern es besteht zudem die Gefahr, dass die Leberzellen absterben und dann Teile des Gewebes komplett vernarben. Diese Regionen sind dann irreversibel zerstört - man spricht dann von einer Leberzirrhose.

Leberzirrhose
Leberzirrhose (Schrumpfleber, rechts) im Vergleich zur gesunden Leber (links)

Fettleber - Einteilung

Der Fettgehalt der Leberzellen liegt normalerweise unter fünf Prozent. Je nach Grad der Verfettung lassen sich verschiedene Schweregrade einteilen:

  1. Einfache Fettleber
    1. Nichtalkoholische Fettleber (NAFLD = Non-alcoholic fatty liver disease)
    2. Alkoholische Fettleber (AFLD = Alcoholic fatty liver disease)
  2. Fettleberentzündung
    1. Nichtalkoholische Fettleberentzündung (NASH = Nichtalkoholische Steatohepatitis)
      1. NASH Grad 0: Fetteinlagerung ohne Entzündung
      2. NASH Grad 1: Fetteinlagerung mit leichter Entzündung
      3. NASH Grad 2: Fetteinlagerung mit mittlerer Entzündung
      4. NASH Grad 3: Fetteinlagerung mit starker Entzündung.
    2. Alkoholische Fettleberentzündung (ASH = Alkoholische Steatohepatitis)
  3. Fettleberzirrhose

Die einfache Fettleber an sich kommt sehr häufig vor, nach Schätzungen sind 20-30% der Bevölkerung betroffen (fast immer übergewichtige Menschen). Sie ist in der Regel noch harmlos - allerdings erhöht sie deutlich die Gefahr einer Fettleber-Entzündung (Stufe 2). Diese ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann sich auch - wenn sie nicht angemessen behandelt wird, zu einer Leberzirrhose weiterentwickeln (Stufe 3). Das kann dann lebensgefährlich werden, weil wichtige Stoffwechselprozesse nicht mehr richtig ablaufen können.

Zudem steigt die Gefahr, dass sich aus einer Leberzirrhose ein Tumor bildet (Leberkrebs).

Diagnose / Blutwerte bei Fettleber

Eine Fettleber kann durch eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraumes erkannt werden. Sie ist meist vergrößert und wegen der Fetteinlagerungsieht sie weißlich bzw. "hell" aus.

Da keine eindeutigen Symptome gibt und auch die Blutwerte nur relativ unspezifisch, ist die beste Methode, um eine Fettleber nachzuweisen, eine sog. Biopsie. Hierbei wird durch die Bauchdecke eine kleine Leber-Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. So lassen sich die Fetteinlagerungen in den Leberzellen gut erkennen.

Zudem gibt es neben der Ultraschall-Untersuchung (transiente Elastographie) auch noch die Möglichkeit eines MRT (Kernspintomografie).

NAFLD: nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
NAFLD: nicht-alkoholische Fettlebererkrankung

Weitere Leberwerte

Im Blut befinden sich zahlreiche Substanzen, die Rückschlüsse über die Aktivitäten verschiedener Organe erlauben. Anhand der sog. Leberwerte kann man den Zustand und die Aktivität der Leber erkennen bzw. überwachen. Dazu gehören v.a. spezielle Enzyme, die sog. Leberenzyme. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Leberwerte auf und zeigt die Normalwerte für Erwachsene (*Hinweis: die Werte bei Kindern/Jugendlichen und Schwangeren sind abweichend). Die Einheit "U/l" steht für "Units pro Liter (Blut); "kU/l" steht für "Kilo-Units pro Liter (Blut); "mg/dl" bedeutet "Milligramm pro Deziliter (Blut)".

Leberwerte
Abk. Bezeichnung Normwerte Männer Normwerte Frauen Siehe auch
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase bis 50 U/l bis 35 U/l zu hoch
zu niedrig
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l zu hoch
zu niedrig
GLDH Glutamat-dehydrogenase bis 7,0 U/l bis 5,0 U/l zu hoch
zu niedrig
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase bis 60 U/l bis 42 U/l zu hoch
zu niedrig
tBil Gesamt-Bilirubin bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
bis 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
bis 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
bis 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
zu hoch
zu niedrig
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l zu hoch
zu niedrig
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120% zu hoch
zu niedrig
Leberwerte
Abk. Beschreibung Normwerte
Männer
Normwerte
Frauen
ALAT (=GPT) Alanin-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
ASAT (=GOT) Aspartat-Aminotransferase < 50 U/l < 35 U/l
AP Alkalische Phosphatase 40 - 129 U/l 35 - 104 U/l
GLDH Glutamat-dehydrogenase < 7,0 U/l < 5,0 U/l
GGT, γ-GT Gamma-Glutamyl-Transferase < 60 U/l < 42 U/l
tBil Gesamt-Bilirubin < 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
< 1,2 mg/dl
(20,5 µmol/l)
dBil Direktes (konjugiertes) Bilirubin < 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
< 0,2 mg/dl
(3,4 µmol/l)
iBil Indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin < 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
< 1,0 mg/dl
(17,1 µmol/l)
ChE Cholinesterase 5,3 - 12,9 kU/l 4,3 - 11,3 kU/l
QUICK Quick-Wert 70 - 120% 70 - 120%

Abkürzungen: U/l = Unit pro Liter; kU = KiloUnit = 1000 Units; µmol = Mikromol; dl = Deziliter; mg = Milligramm - Mehr zu den Einheiten

Ressourcen / weiterführende Links

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https://www.blutwert.net/leberwerte/leberenzyme.php

In der Leber, dem zentralen Organ des Stoffwechsels, werden besonders viele Enzyme benötigt. Sie befinden sich in der Zellwand oder im Zellinneren (Cytoplasma) der Leberzellen. Enzyme sind Bio-Katalysatoren, die bio-chemische Prozesse

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