Laborwert Antithrombin
Antithrombin III (AT III), heute meist einfach Antithrombin (AT) genannt, ist ein wichtiges Eiweiß (siehe auch: Proteine) im Blut, das die Blutgerinnung reguliert. Es wird hauptsächlich in der Leber gebildet und verhindert, dass sich zu viele Blutgerinnsel bilden.
Die Blutgerinnungist ein äußerst wichtiger - und zugleich komplexer kontrollierter Kettenprozess Wenn ein Blutgefäß verletzt wird, setzt der Körper eine Kaskade von Gerinnungsreaktionen in Gang. Dabei aktivieren sich verschiedene Gerinnungsfaktoren gegenseitig. Das Ziel ist die Bildung eines stabilen Blutgerinnsels. Ein besonders wichtiger Schritt ist: Das Enzym Thrombin (Faktor IIa) wandelt das gelöste Eiweiß Fibrinogen in Fibrin um. Fibrin bildet ein dichtes Fasernetz, das zusammen mit Blutplättchen die Wunde verschließt. Ohne Regulation würde diese Kaskade immer weiterlaufen und auch dort Gerinnsel bilden, wo sie gar nicht benötigt werden. Genau in diesem Zusammenhang ist Antithrombin wichtig.
Was bewirkt Antithrombin?
Antithrombin hemmt mehrere die zuvor beschriebenen Gerinnungsfaktoren, insbesondere:
- Thrombin (Faktor IIa)
- Faktor Xa
- außerdem Faktoren IXa, XIa und XIIa
Dadurch wirkt es als natürlicher Schutz vor einer übermäßigen Blutgerinnung. Anders gesagt: Ohne Antothrombin würde das Blut immer weiter verklumpen.
Warum wird der Wert Anthithrombin bestimmt?
Der Antithrombin-Wert wird unter anderem untersucht bei:
- wiederholten oder ungewöhnlichen Thrombosen (Blutgerinnsel)
- Verdacht auf einen angeborenen Antithrombin-Mangel
- ungeklärten Lungenembolien
- Kontrolle einer Heparin-Therapie (da Heparin nur ausreichend wirkt, wenn genügend Antithrombin vorhanden ist)
- Verdacht auf bestimmte Gerinnungsstörungen (z. B. bei einer disseminierten intravasalen Gerinnung, DIC)
Anthithrombin-Normalwerte
Die Referenzbereiche können je nach Labor leicht variieren. Typischerweise liegen sie bei:
Aktivität: etwa 80–120 % Konzentration (Antigen):
je nach Labor unterschiedlich angegeben.
Was bedeutet ein zu niedriger Wert?
Ein verminderter Antithrombin-Wert erhöht das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen).
Mögliche Ursachen sind:
- angeborener Antithrombin-Mangel (selten)
- schwere Lebererkrankungen
- Verbrauch bei schweren Gerinnungsstörungen (z. B. DIC)
- nephrotisches Syndrom (Verlust über die Nieren)
- größere Operationen oder schwere Verletzungen
- Sepsis
- vorübergehend unter einer Heparin-Behandlung.
Was bedeutet ein zu hoher Wert?
Ein erhöhter Antithrombin-Wert hat meist keine klinische Bedeutung. Er kann unter anderem auftreten bei:
- Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten
- akuten Entzündungs- oder Erholungsphasen nach Erkrankungen
Zusammenhang mit Heparin
Heparin verstärkt die Wirkung von Antithrombin um ein Vielfaches. Ist der Antithrombin-Spiegel zu niedrig, kann Heparin schlechter wirken (Heparinresistenz). Wichtig zu wissen: Ein einzelner Antithrombin-Wert sollte immer im Zusammenhang mit den Beschwerden, der Krankengeschichte und weiteren Gerinnungswerten (z. B. Protein C, Protein S, Faktor-V-Leiden, D-Dimere) beurteilt werden.
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